Die Vereinigten Staaten haben nach den Worten von Präsident Donald Trump angekündigt, die strategisch wichtige Straße von Hormuz zu übernehmen und für deren militärischen Schutz entlohnt werden zu wollen. Die Erklärung erfolgte am Montag in einem Fernsehauftritt auf Fox News und reagiert auf eine jüngste Eskalation der Gewalt zwischen den USA und dem Iran.
Wortlaut und Reaktionen
In dem Interview sagte Trump, die USA würden die Kontrolle über die Meerenge übernehmen und könnten sich als Schutzmacht bezeichnen. Zur Verdeutlichung seiner Absicht äußerte er, man werde für die Bewachung bezahlt. Das iranische Militär wies diese Ankündigung umgehend zurück und kündigte an, ein Eingreifen der USA in der Meerenge „unter keinen Umständen“ zuzulassen. Weiterhin erklärte Teheran, jede Kooperation der Golfstaaten mit Washington würde als Kriegshandlung gewertet.
"Wir übernehmen die Kontrolle über die Meerenge"
Ausgangslage und jüngste Gefechte
Die erklärt offensichtliche Absicht Washingtons, eine führende Rolle in der Sicherheit der Straße von Hormuz zu beanspruchen, kommt vor dem Hintergrund intensiver Gefechte. Nach Angaben der US-Streitkräfte wurden in der Nacht auf Montag dutzende Ziele im Iran beschossen; dabei gab es mindestens vier Tote. Im Gegenzug griffen die iranischen Revolutionsgarden US-Militäranlagen in Jordanien, Kuwait, Bahrain und im Oman an.
- Angaben der USA: mehrere Dutzend Ziele im Iran beschossen
- Meldungen über mindestens vier Tote
- Gegenangriffe der Revolutionsgarden auf Stützpunkte in vier Ländern
Folgen für das Rahmenabkommen
Mitte Juni hatten die USA und der Iran ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das innerhalb von 60 Tagen zu einem vollständigen Friedensvertrag führen sollte. Nach derzeitiger Lage ist etwa die Hälfte dieser Frist verstrichen, ohne dass es erkennbare Fortschritte bei der Annäherung gegeben hätte. Die erneute Gewalt stellt das Übergangsabkommen infrage; Teheran begründet dies damit, dass die USA bei jüngsten militärischen Aktionen gegen die Bestimmungen des Mitte-Juni geschlossenen Abkommens verstoßen hätten. In der Folge erklärte ein iranischer Sprecher, man betrachte sich nicht mehr an die Vereinbarung gebunden, solange die Gegenseite ihren Verpflichtungen nicht nachkomme.
Treibstoff für eine globale Krise
Die Straße von Hormuz ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Öl- und Gastransport. Eine tatsächliche Übernahme oder dauerhafte militärische Präsenz durch die USA, verbunden mit Ansprüchen auf Entgelt für Bewachung, würde nicht nur die regionale Sicherheitsarchitektur verändern, sondern auch erhebliche Auswirkungen auf den internationalen Energiemarkt haben. Ob und wie weit Verbündete der USA einem solchen Schritt zustimmen würden, ist offen.
| Datum / Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| Mitte Juni | Rahmenabkommen zwischen USA und Iran unterzeichnet |
| Innerhalb 60 Tagen | Vorgesehene Frist zur Ausarbeitung eines Friedensvertrags |
| Nacht auf Montag | US-Angriffe im Iran; mindestens vier Tote |
| Montag | Trump-Ankündigung zur Kontrolle der Straße von Hormuz |
Die Situation bleibt dynamisch. Mit dem Schritt, die Meerenge öffentlich als potenzielle US-Verantwortung zu benennen und zugleich Ansprüche auf Zahlung für deren Schutz zu erheben, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit weiterer politischer und militärischer Spannungen in der Region.