Praktisches Lernen am Assisi-Hof
In Stockerau haben sich in den Sommerferien 16 Jugendliche dazu entschieden, die Freizeit nicht mit Smartphone und Ausschlafen zu verbringen, sondern aktiv im Tierschutz mitzuarbeiten. Das „Camp Tierschutz“ des Österreichischen Tierschutzvereins am Assisi-Hof vermittelte in einer einwöchigen Praxiswoche Einblicke in die täglichen Aufgaben einer Tierschutzstation: Füttern, Ausmisten und die grundsätzliche Versorgung geretteter Tiere standen im Mittelpunkt.
Die Teilnehmenden waren im Alter von 12 bis 15 Jahren. Sie unterstützten die Betreuerinnen und Betreuer bei der Pflege von Eseln, Schafen, Katzen und Igeln sowie weiteren Schützlingen des Hofes. Neben körperlichen Aufgaben erhielten sie auch Informationen darüber, wie artgerechte Haltung und verantwortungsvolles Handeln im Alltag umzusetzen sind.
Kompetenzen und praktische Beiträge
Neben der täglichen Stallarbeit standen handwerkliche Aktivitäten auf dem Programm: In kleinen Teams bauten die Jugendlichen saisonale Unterkünfte für Wildtiere. Diese Aktion verbindet unmittelbaren Naturschutz mit praktischem Lernen und liefert konkrete Schutzräume für lokal vorkommende Wildtiere.
- Pflegearbeiten: Füttern und Reinigen der Ställe
- Handwerk: Bau von Wildtierunterkünften
- Wissen: Einblicke in moderne Tierschutzprinzipien
- Exkursionen: Besuch in den Donauauen bei Stockerau
- Fachkontakt: Besuch an der Veterinärmedizinischen Universität Wien
Ein besonderer Programmpunkt war der Ausflug zur Veterinärmedizinischen Universität Wien, bei dem die Jugendlichen Tiermedizinerinnen und Tiermediziner bei ihrer Arbeit beobachten konnten. Solche Einblicke zeigen, welche fachlichen Kenntnisse hinter der Versorgung verletzter oder kranker Tiere stehen und ergänzen die praktischen Erfahrungen am Hof.
Warum das Projekt für Stockerau relevant ist
Für Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks Korneuburg bedeutet dieses Camp mehr als nur eine Ferienbeschäftigung: Es fördert Nachwuchs, der Verantwortung für Tiere übernimmt, und stärkt das Bewusstsein für lokale Naturräume wie die Donauauen. Einrichtungen wie der Assisi-Hof leisten direkte Hilfe für gerettete Tiere und sind auf freiwilliges Engagement angewiesen. Die Kombination aus praktischer Arbeit, handwerklichen Aufgaben und fachlicher Wissensvermittlung kann Jugendlichen nachhaltige Orientierung für spätere Entscheidungen geben.
„Das Camp solle jungen Menschen praxisnah vermitteln, wie artgerechter Tierschutz funktioniere und warum Respekt gegenüber Tieren wichtig sei.“
Dieses Zitat von Alfons Hargassner, Geschäftsführer des Österreichischen Tierschutzvereins, fasst das pädagogische Ziel des Projekts zusammen: Tierliebe allein genügt nicht; Geduld, Fachwissen und Verantwortungsbewusstsein sind wichtige Voraussetzungen, wenn aus Zuneigung zum Tier langfristiges Engagement werden soll.
Der Assisi-Hof ist damit nicht nur Ort der Versorgung von Tieren, sondern auch eine Lernplattform für den Tierschutznachwuchs. Die gebauten Unterkünfte für Wildtiere sind ein nachhaltiges Ergebnis der Campwoche, das direkt der Region zugutekommt.
| Programmteil | Ort | Nutzen |
|---|---|---|
| Stallarbeit | Assisi-Hof, Stockerau | Pflegeerfahrung, Alltagsverständnis |
| Handwerkliche Bauprojekte | Assisi-Hof | Wildtierschutz, praktische Fertigkeiten |
| Exkursion | Donauauen bei Stockerau | Naturschutzverständnis |
| Fachbesuch | Veterinärmedizinische Universität Wien | Einblick in Tiermedizin |
Für die Gemeinde und lokale Unterstützerinnen und Unterstützer zeigt die Initiative, wie gezielte Bildungsangebote in den Ferien Engagement mobilisieren und gleichzeitig konkrete Beiträge zum Arten- und Tierschutz liefern können. Wer Interesse an ähnlichen Angeboten hat, kann sich beim Österreichischen Tierschutzverein und beim Assisi-Hof über künftige Programme informieren.