Aus dem Verborgenen ans Licht
Das Schulmuseum in Bergisch Gladbach-Katterbach hat Teile seines Depots für Besucher geöffnet und zeigt eine Auswahl von Objekten, die über Jahrzehnte zusammengetragen wurden. Die Schau, betitelt „Was sich angesammelt hat …“, nimmt Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise durch fast sechs Jahrzehnte Sammlungsgeschichte, deren Ursprung in den frühen 1960er-Jahren liegt.
Kurioses, Lehrmittel, Alltagsgeschichte
Die ausgestellten Exponate reichen von vermeintlich banalen Alltagsgegenständen bis zu Lehrmitteln, deren Gebrauch heute größtenteils im Dunkeln liegt. Gleich zu Beginn macht eine einfache Vitrine den Umfang der Sammlung anschaulich: Drei große Einmachgläser voller Knöpfe symbolisieren die Zahl der Bestände — jedes Knopfglas steht für vielfache Einheiten an Objekten, Büchern oder Filmmaterial.
- Gründungszeitpunkt: Anfang der 1960er-Jahre (Sammler: Carl Cüppers)
- Depot-Inventur: Systematische Sichtung vor rund eineinhalb Jahren
- Ausstellungsfokus: Seltene, ungewöhnliche und vergessene Schulgegenstände
Rätselhafte Funde
Nicht alle Objekte erschließen sich sofort. Neben plausiblen Unterrichtsmaterialien wie einer Dampfmaschine befindet sich im Bestand etwa eine lebensgroße Krokodilshaut. Überraschender wirken Fundstücke wie das schwere Gegengewicht eines Aufzugs, dessen ursprünglicher Verwendungszweck im schulischen Kontext bislang ungeklärt ist. Solche Fundstücke machen den Reiz der Ausstellung aus: Sie werfen Fragen an Sammlungsarbeit und Erinnerungsfunktion, ohne einfache Antworten zu liefern.
Praktische Informationen
Die Präsentation entsteht aus der Sammlung Cüppers und wurde nach einer erneuten Inventur zusammengestellt. Besucherinnen und Besucher finden das Museum in der Kempener Straße 187 in Katterbach; die Kontaktadresse lautet info@das-schulmuseum.de, telefonisch erreichbar unter 02202 84247. Der Eintritt beträgt 3 Euro, ermäßigt 1 Euro.
| Öffnungszeiten | Hinweis |
|---|---|
| Dienstag bis Donnerstag, 10–12 Uhr | An Feiertagen und während der Schulferien in NRW geschlossen |
Gruppen können nach Vereinbarung jederzeit einen Besuchstermin vereinbaren. Die Schau bietet nicht nur Nostalgie, sondern auch einen Einblick in die kleinteilige, oft mühselige Arbeit hinter einer Museumsinventur — von der Identifikation einzelner Objekte bis zur Frage, welche Geschichten sie für die Gegenwart erzählen dürfen.
Schlusszeile: Eine unkomplizierte Ausstellung, die zeigt: Archivarische Fundstücke müssen nicht viel kosten, um große Fragen über Erinnerung und Bildung zu stellen.