Depot statt Schrank: Zwischen Einmachgläsern und Gegengewichten
Das Schulmuseum in Katterbach hat sein Depot für Besucher geöffnet und gewährt damit Einblick in eine Sammlung, die bis in die frühen 1960er-Jahre zurückreicht. Unter dem Titel „Was sich angesammelt hat …“ sind ungewöhnliche und selten gezeigte Objekte zu sehen, die sonst im Verborgenen schlummern. Die Schau erzählt weniger von Prominenten als vom ganz normalen Schulalltag und von Dingen, die einst zur Lehre gehörten – oder warum auch immer im Archiv landeten.
Wie groß ist das Archiv wirklich?
Gleich zu Beginn erläutert eine einfache, aber einprägsame Installation die Dimension der Sammlung: Drei große Einmachgläser, gefüllt mit Knöpfen, stehen symbolisch für die Bestandsgröße. Jedes Knopfexemplar steht dabei für zehn Objekte, Bücher oder Filmrollen. Die Inventur, die vor rund eineinhalb Jahren begann, brachte viele Überraschungen zum Vorschein. Museumsleiter Dominik Olbrisch zeigte sich erst durch die systematische Sichtung bewusst, wie umfangreich das Archiv tatsächlich ist.
Kurioses, Lehrmittel und echte Raritäten
Die Ausstellung versammelt eine Bandbreite an Fundstücken: historische Alltagsgegenstände, eigenwillige Lehrmittel und Stücke, deren ursprüngliche Verwendung heute schwer zu rekonstruieren ist. Zu den Exponaten zählen etwa eine lebensgroße Krokodilshaut und eine kleine Dampfmaschine, deren Einsatz im Unterricht zwar ungewöhnlich, aber noch nachvollziehbar erscheint. Weniger klar ist, wie ein tonnenschweres Gegengewicht aus einem Aufzug ins Museum gelangte – solche offenen Fragen geben der Schau ihren rätselhaften Charme.
- Gründung der Sammlung: Anfang der 1960er-Jahre durch Carl Cüppers
- Inventur: Systematische Sichtung begann vor etwa 1,5 Jahren
- Besonderheiten: Kuriose Lehrmittel, Alltagsobjekte, unverhoffte Raritäten
Praktische Hinweise für Besucher
| Ort | Schulmuseum Katterbach, Kempener Straße 187, Bergisch Gladbach-Katterbach |
|---|---|
| Eintritt | 3 Euro / ermäßigt 1 Euro |
| Öffnungszeiten | Dienstag bis Donnerstag, 10–12 Uhr (an Feiertagen und in den Schulferien in NRW geschlossen) |
Gruppenbesuche sind nach Vereinbarung möglich. Kontakt: Tel. 02202 84247, E‑Mail info@das-schulmuseum.de. Weitere Informationen finden sich auf der Website des Hauses.
Die aktuelle Präsentation macht nicht nur Nostalgikern Vergnügen: Sie regt dazu an, über die Sammelgeschichte hinter Museen nachzudenken und über jene Dinge, die lange Zeit keine Geschichte mehr zu haben schienen – bis jemand sie wiederentdeckt.
Schlussbemerkung: Das Depot-Opening im Schulmuseum ist ein stiller Appell für Ordnung im Gedächtnis: Was bewahrt wird, formt das Bild von Schule und Alltag für kommende Generationen.