Projekt verbindet Schule, Kunst und soziale Einrichtung in Vöcklabruck
Die Klasse 4D der Privaten Mittelschule Vöcklabruck des Vereins für Franziskanische Bildung hat in diesem Schuljahr an einem kooperativen Kunstprojekt mitgewirkt, das die Schule gemeinsam mit Pro Mente Oberösterreich und dem KunstRaum Goethestraße durchführte. Begleitet wurde die Arbeit von der Künstlerin Beate Rathmayr sowie Mitarbeitenden von Pro Mente. Ziel des Projekts war es, durch den Einsatz von Musik und bildnerischen Techniken Kontakt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern des Pro‑Mente‑Wohnhauses in der Gmundner Straße herzustellen und zugleich das Bewusstsein für psychische Erkrankungen zu fördern.
Ausgangspunkt war ein Besuch Rathmayrs im Wohnhaus, bei dem die Lieblingslieder von sieben Bewohnerinnen und Bewohnern erfragt wurden. Diese Musiktitel dienten der Klasse als Impuls: Im Kunstunterricht hörten die Jugendlichen die Lieder und fertigten spontan Skizzen an, um persönliche Eindrücke und Gefühle visuell umzusetzen. Dabei standen nicht die exakte Nachzeichnung von Textinhalten im Vordergrund, sondern die innere Reaktion auf die Musik.
Die Schülerinnen und Schüler gingen dabei bewusst unterschiedliche Wege: Es wurden verschiedene Materialien und Techniken ausprobiert, etwa Kugelschreiber, Filzstifte und farbiges Papier, und die Bilder wurden schrittweise vereinfacht und auf wesentliche Formen reduziert. Aus den entstandenen Motiven wurden schließlich praktische Alltagsgegenstände gestaltet und bedruckt.
- Ort: Wohnhaus von Pro Mente, Gmundner Straße, Vöcklabruck
- Beteiligte: Klasse 4D, Private Mittelschule Vöcklabruck (Verein für Franziskanische Bildung), Pro Mente OÖ, KunstRaum Goethestraße, Künstlerin Beate Rathmayr
- Ergebnis: bedruckte T-Shirts, Stoffbeutel und Tassen
Zu den Musikstücken, die als Auslöser für die künstlerischen Arbeiten dienten, gehörten bekannte Titel aus unterschiedlichen Genres. Die Bandbreite reichte von internationalen Klassikern bis zu deutschsprachigen Schlagern. Folgende Lieder wurden unter anderem genannt:
| Ausgewählte Lieder |
|---|
| "Ring of Fire" |
| "Ich war noch niemals in New York" |
| "Theater" |
| "Seemann" |
| "I can't stand the Rain" |
Die Produzenten des Projekts betonten, dass es nicht darum gegangen sei, die Inhalte der Lieder eins zu eins zu illustrieren, sondern die persönliche Wahrnehmung und das Empfinden beim Hören in die Arbeiten einfließen zu lassen. Gerade das Bedürfnis, ohne Vorlage und sehr intuitiv zu arbeiten, stellte für manche Schülerinnen und Schüler eine Herausforderung dar – und zugleich eine Lernchance.
Für den Bezirk Vöcklabruck ist das Projekt zweifach bedeutend: Es zeigt, wie schulische Bildung über den Klassenraum hinaus auf lokale soziale Belange ausgerichtet werden kann, und es macht psychische Erkrankungen zum Thema, ohne zu stigmatisieren. Die gemeinsam hergestellten Gegenstände wie T-Shirts oder Stoffbeutel dienen als sichtbares Ergebnis der Kooperation und können als Gesprächsanlass in der Gemeinde wirken.
Solche Initiativen verknüpfen künstlerisches Arbeiten mit sozialem Engagement und fördern gegenseitiges Verständnis zwischen Jung und Alt. Sie liefern zudem ein praktisches Beispiel dafür, wie Schulen, regionale Sozialeinrichtungen und Kulturträger zusammenarbeiten können, um unmittelbaren Mehrwert für beteiligte Menschen in Vöcklabruck zu schaffen.