Das private Pflegeheim in Rudersdorf (Bezirk Jennersdorf) wurde nach wiederaufgenommenen Vorwürfen gegen die Betreiberin geschlossen. Betroffen sind 18 Bewohnerinnen und Bewohner, die am Dienstag und Mittwoch in andere Einrichtungen übersiedelt werden. Grund für die Schließung ist die Entscheidung des Landes, der Betreiberin die Förderzahlungen zu streichen, nachdem ihr eine Bereicherung vorgeworfen worden war; gegen die Betreiberin wird zudem von der Staatsanwaltschaft ermittelt.
Übersiedlungen und Reaktionen
Die Stimmung am Abschiedstag war nach Berichten gedrückt: Bewohnerinnen und Bewohner sowie Angehörige zeigten sich traurig über die Trennung von der bisherigen Einrichtung, akzeptierten aber die geplanten Verlegungen. Mindestens 10 Personen sollen demnach in ein Pflegeheim in Olbendorf (Bezirk Güssing) übersiedeln; weitere werden in andere Heime wie beispielsweise in Limbach aufgenommen oder von Angehörigen zuhause betreut.
„Ich weiß nicht, wo das alles jetzt auf einmal herkommt. Es war 24 Jahre alles in Ordnung, es wurde immer gesprochen, es wurde immer kommuniziert. Und das ist jetzt auf einmal seit dem 26.3 alles vorbei“,
äußerte die Betreiberin des Heimes, die ihr Vorgehen als unverständlich bezeichnete. Aus Sicht der Leitung habe es über lange Zeit keine Beanstandungen gegeben.
Konkrete Folgen für Betroffene
- Die unmittelbar Betroffenen sind die 18 Bewohnerinnen und Bewohner, von denen einige in andere Pflegeheime verlegt werden.
- Angehörige stehen vor zusätzlichem Betreuungsaufwand; in Einzelfällen werden Pflegebedürftige nach Hause geholt und benötigen private Unterstützung.
- Die Schließung wirft Fragen zur Vergabepraxis öffentlicher Fördermittel und zur Kontrolle privater Pflegeanbieter auf.
Einzelne Betroffene wurden namentlich zitiert: So wird Maria Lex künftig in Limbach betreut, Maria Oswald kommt nach Olbendorf, andere hätten lieber näher bei ihren Familien in Güssing oder Strem verbleiben wollen. Ein Angehöriger berichtete, er werde seine gehbehinderte Frau wieder nach Hause holen und zusätzliche Hilfe benötigen.
| Aspekt | Angaben aus der Meldung |
|---|---|
| Bewohnerinnen/Bewohner | 18 |
| Bekannte Zielorte | 10 nach Olbendorf; weitere z. B. Limbach; einzelne in häuslicher Betreuung |
| Grund für Schließung | Streichung der Förderung nach Vorwurf der Bereicherung; staatsanwaltschaftliche Ermittlungen |
Die Vorgänge werfen über den Einzelfall hinaus Fragen zur Aufsicht über private Pflegeeinrichtungen sowie zur Gewährleistung von Kontinuität in der Betreuung vulnerabler Personen auf. Ob und in welchem Umfang Förderentscheidungen zeitnah überprüft oder Mängelkontrollen ausgeweitet werden, ist offen und dürfte Gegenstand weiterer politischer und verwaltungsbehördlicher Klärungen sein. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sollen klären, ob strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt.
Für die Betroffenen bleibt zunächst die Herausforderung, die neuen Betreuungsituationen zu organisieren und versorgungssichere Übergänge sicherzustellen. Angehörige und zuständige Stellen sind gefordert, kurzfristig passende Lösungen für Pflege und Betreuung zu koordinieren.