Ausbau des Demonstrationszentrums als Motor für Kreislaufwirtschaft im Bau
Die Handwerkskammer Münster treibt die Umsetzung von zirkulärem Bauen im Münsterland voran. Mit dem Projekt AziBauM – Allianz zirkuläres Bauen Münsterland soll das bereits bestehende Demonstrationszentrum Bau und Energie zu einem regionalen Zentrum für die Wiederverwendung von Baustoffen und Bauteilen weiterentwickelt werden. Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich am Vorhaben im Rahmen des EFRE-Förderaufrufs „Regio.NRW – Transformation“ mit rund 1,9 Millionen Euro. Das Gesamtbudget des Projekts beträgt circa 2,3 Millionen Euro, den verbleibenden Eigenanteil stemmen die Handwerkskammer und ihre Partner.
Langjährige Basis: ein „lehrendes Gebäude“
Das Demonstrationszentrum an der Franz‑Meis‑Straße existiert seit 2004 und versteht sich als Informations- und Lernort für energieeffizientes sowie ressourcenschonendes Bauen. Es kombiniert Ausstellungen, Beratung, Qualifizierungen und praxisnahe Demonstrationen. Mit AziBauM verlagert sich der Schwerpunkt stärker auf die Frage, wie Bauteile möglichst lange genutzt, wiederverwendet oder nach Rückbau hochwertig verwertet werden können.
Schwerpunkte, Ziele und Angebote
Im Fokus des Projekts stehen unter anderem:
- Förderung des Wissensaustauschs und Technologietransfers rund um zirkuläre Bauprozesse;
- Unterstützung von Handwerksbetrieben und kleinen sowie mittleren Unternehmen bei der Integration kreislauforientierter Abläufe und Geschäftsmodelle;
- Aufbau eines dauerhaften regionalen Netzwerks zur Verankerung der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen.
Konkrete Maßnahmen sehen den Ausbau neuer Ausstellungs- und Präsentationsflächen im Demonstrationszentrum sowie die Entwicklung einer mobilen Ausstellung vor, die in der Region für Veranstaltungen eingesetzt werden kann. Ergänzt wird das Angebot durch Workshops, Schulungen und fachliche Veranstaltungen, die Handwerksbetriebe praxisnah begleiten sollen.
Relevanz für das Bauwesen
Das Projekt setzt an einem zentralen Problem der Bauwirtschaft an: Dem großen Materialeinsatz und den damit verbundenen Rohstoffverbräuchen. Indem die Nutzungsdauer von Bauteilen verlängert und deren Wiederverwendung systematisch gefördert wird, lassen sich Emissionen, Abfälle und Kosten reduzieren. Die Förderung durch EFRE macht das Vorhaben zudem zu einem Beispiel dafür, wie regionale Initiativen mit EU‑Mitfinanzierung skaliert werden können.
| Position | Betrag |
|---|---|
| EFRE‑Förderung (Regio.NRW – Transformation) | ~1,9 Mio. Euro |
| Gesamtvolumen des Projekts | ~2,3 Mio. Euro |
Wie erfolgreich solche Initiativen sind, hängt von der Anschlussfähigkeit an lokale Handwerksbetriebe und Auftraggeber ab: Nur wenn zirkuläre Verfahren betriebswirtschaftlich tragfähig und technisch praktikabel werden, können sie in die Breite gehen. Die geplanten Bildungs‑ und Demonstrationsangebote zielen genau auf diese Vermittlungspraxis ab.
Das Projekt ist ein Beispiel dafür, wie regionale Akteure bestehende Infrastrukturen nutzen können, um die Transformation des Bauwesens in Richtung Kreislaufwirtschaft voranzutreiben. Beobachter werden darauf achten, wie schnell die neue Ausstellung und die mobilen Formate in der Praxis Wirkung entfalten und ob sich daraus messbare Veränderungen bei Materialflüssen und Rückbauprozessen ergeben.