Ein Abend zwischen Wucht und Zartheit
Die Wiener Stadthalle erlebte einen Abend, in dem kraftvolle Eröffnungsdramaturgie und feinsinnige Zwischentöne einander nicht ausschlossen, sondern ergänzten. Vor fast 15.000 Besucherinnen und Besuchern begann die Show mit den monumentalen Klängen von "Also sprach Zarathustra" und leitete so in eine Popinszenierung über, die von großer musikalischer Sorgfalt getragen war.
Band, Besetzung und musikalische Breite
Chuba präsentierte sich nicht als reine Showkünstlerin, sondern als Musikerin in einem Ensemble, dessen Klangfarben sie bewusst auskostete: drei Bläserinnen, ein hervorragender Schlagzeuger, eine Bassistin sowie ein Gitarrist, der zudem Keyboardpartien übernahm. Diese Besetzung erlaubte ihr Vielschichtigkeit — von Latin‑Anklängen bis zu funkigen Momenten.
- Besetzung: drei Bläserinnen, Schlagzeug, Bass, Gitarre/Keyboards
- Besondere Songs: "Wildberry Lillet", "Jeep", "Ich glaub ich will heut nicht mehr gehen", das Ennio‑Cover "Fühlst du gar nichts"
- Stimmlicher Schwerpunkt: Melodischer Rap, reduzierte Klavierpassagen, rockige Ausbrüche
Zwischen Intimität und Explosivität
Schon früh machte Chuba klar, dass ihr Konzert mehr sein wollte als ein Abfolge von Hits. „Wildberry Lillet“ erklang als dritter Titel, mit Latin‑Färbung, und verwies zugleich auf die Entwicklung ihres Repertoires seit dem Durchbruch 2022. In ruhigeren Momenten reduzierte sie die Instrumentierung: Soloparts am Klavier wie bei "Nicht alleine" schufen Raum für Nähe; beim tief bewegenden Stück "ILMILMN" („Ich lieb mich, ich lieb mich nicht") wurden persönliche Reflexionen spürbar.
Rock und Punk als kathartische Energie
Dem Rückzug folgten kraftvolle Zwischenspiele: Songs wie "Rage Girl" und "Fucked Up" brachten das rockige, fast punkige Element, das das Publikum, vorwiegend jung und weiblich, in lautem Beifall und stürmischer Teilnahme erwiderte. Diese Abfolge aus Verletzlichkeit und Wut verleiht der Künstlerin eine künstlerische Glaubwürdigkeit, die jenseits reiner Popästhetik liegt.
| Aspekt | Wirkung |
|---|---|
| Orchestrale Eröffnung | Erzeugt Erwartungsraum, steigert Dramatik |
| Intime Klavierstücke | Schaffen Nähe und Offenheit |
| Rockige Nummern | Katharsis für Publikum |
Die Künstlerin, die als Kind in der Serie "Die Pfefferkörner" erste Erfahrungen sammelte, nimmt in ihrer Liveshow jene Spannung zwischen Pop‑Glamour und persönlicher Sprache an, die ihr Format ausmacht. Es ist kein Konzert, das sich allein auf Großauftritte stützt; vielmehr ist es ein sorgfältig abgestimmtes Programm, das musikalische Vielseitigkeit mit emotionaler Direktheit verbindet.
So blieb der Abend in Erinnerung als ein Ereignis, das Showgröße und intime Momente nicht gegeneinander ausspielt, sondern zusammenführt: Nina Chuba als Popkünstlerin, die sich die Freiheiten eines Bandgefüges zunutze macht, um Texte und Stimmungen mit großer Präzision zu formen.