Chronik

Niedrige Pegel bedrohen Stromerzeugung in Kärntens Kleinwasserkraftwerken

In Kärnten führte niedriger Wasserstand in Juli zu deutlich reduziertem Durchfluss: Kleinwasserkraftwerke liefern weniger Strom, einige mussten abgeschaltet werden. Experten fordern Speicher und Anreize für Umbauten, um künftig Versorgungslücken zu vermeiden.

Niedrige Pegel bedrohen Stromerzeugung in Kärntens Kleinwasserkraftwerken
©Illustration KI Barbara Perner / steirerblatt.at

Weniger Wasser, weniger Strom

Die anhaltende Trockenheit in Kärnten hat direkte Folgen für die kleinteilige Wasserkraft: Von insgesamt 385 Kleinwasserkraftanlagen im Bundesland können viele heuer nicht die üblichen Strommengen produzieren. Im Juli flossen den Messungen zufolge rund 56 Prozent weniger Wasser durch Flüsse und Bäche als im langjährigen Mittel — ein Rückgang, der die Leistungsfähigkeit zahlreicher Laufkraftwerke stark einschränkt.

Abschaltungen und Schutzmaßnahmen

Das reduzierte Wasserangebot hat bereits praktische Konsequenzen gezeigt: Betreibende mussten einzelne Anlagen außer Betrieb nehmen, um die notwendige Restwasserführung zum Schutz der Gewässer zu gewährleisten. Christoph Aste vom Verein Kleinwasserkraft Österreich erklärt, dass diese Abschaltungen nicht aus wirtschaftlichen Gründen erfolgen, sondern als Gewässerschutzmaßnahme unumgänglich sind.

„Wir schalten aus Gewässerschutzmaßnahmen ab, damit die Restwasserführung in den Bächen gegeben ist.“

Speicher gefordert, Kosten als Hemmnis

Als langfristige Lösung nennt Aste die Nachrüstung von Laufkraftwerken mit Speichern — etwa Ausgleichsbecken oder Energiespeichern vor Ort — damit die Anlagen auch in Hitzephasen bedarfsgerecht liefern können. Solche Umbauten würden laut dem Experten je nach Umfang bis zu drei Millionen Euro kosten. Ohne finanzielle Anreize und klare politische Rahmensetzung sei es jedoch unwahrscheinlich, dass die notwendigen Investitionen in ausreichendem Maße erfolgen.

Energiemix und Versorgungssicherheit

Der Verbandssprecher warnt davor, die Abhängigkeit einzelner Kraftstoffarten zu unterschätzen: Ein stärker diversifizierter Mix aus Solar-, Wind- und Wasserkraft sei notwendig, um die Versorgungssicherheit auch bei wiederkehrenden Hitzeextremen zu gewährleisten. Ohne solche Maßnahmen könnten künftig wiederholt Lücken in der Stromversorgung auftreten.

Was nun zu tun wäre

Um die Resilienz der Kleinwasserkraft zu erhöhen, sind mehrere Schritte denkbar:

  • Gezielte Förderung von Speicherlösungen an bestehenden Standorten
  • Schaffung administrativer und finanzieller Anreize für Betreiber, Umbauten vorzunehmen
  • Integration kleiner Wasserkraftwerke in ein breit gefächertes Erzeugungsportfolio aus Sonne und Wind

Daten auf einen Blick

IndikatorWert
Anzahl Kleinwasserkraftwerke in Kärnten385
Wasserabfluss im Juli (gegenüber Durchschnitt)-56 %
Kostenschätzung für Speicherumbaubis zu 3 Mio. Euro

Die gegenwärtige Lage in Kärnten ist ein Beispiel dafür, wie klimabedingte Schwankungen der Wasserführung die Versorgung mit erneuerbarer Energie beeinflussen können. Entscheidend wird sein, ob Politik und Verwaltung kurzfristig Rahmenbedingungen schaffen, die private Investitionen in Anpassungsmaßnahmen fördern und so die Kraftwerkslandschaft gegen künftigere Extremwetterereignisse widerstandsfähiger machen.

Barbara Perner
Barbara KI Redakteurin im Ressort Chronik online

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