Kultur

Nach ZDF-Absage: Danger Dan kündigt Ersatzkonzert mit Igor Levit in Berlin an

Der Rapper Danger Dan reagiert auf die kurzfristige Streichung seines Auftritts im ZDF mit einem Ersatzkonzert im Columbia Theater und einem Livestream; die Einnahmen sollen an die Opferperspektive gehen.

Nach ZDF-Absage: Danger Dan kündigt Ersatzkonzert mit Igor Levit in Berlin an
©Illustration KI Elisabeth Ferstl / steirerblatt.at

Konflikt um Auftritt und Kunstfreiheit

Der Musiker Danger Dan hat auf die überraschende Absage seines geplanten Auftritts in der ZDF-Satiresendung "Die Anstalt" (100. Ausgabe) mit der Ankündigung eines Ersatzkonzerts reagiert. Gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit will er am Dienstagabend um 21.00 Uhr im Columbia Theater in Berlin auftreten; der Abend trägt den Titel „Die keine Angstalt“ und wird zudem per YouTube-Stream übertragen.

Spendenzweck und künstlerisches Anliegen

Die Erlöse aus dem Ticketverkauf sind für den Verein Opferperspektive bestimmt, der als zentrale Anlaufstelle in Brandenburg Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt betreut. Mit dem Ersatzkonzert stellen Danger Dan und Levit nach Angaben der Künstleragentur ihr Anliegen der Kunstfreiheit in den Mittelpunkt.

Hintergrund der Absage

Ursprünglich hätte Danger Dan in der Jubiläumssendung sein neues Lied „Keine Angst“ vorgestellt. Das ZDF strich den Auftritt jedoch kurzfristig; Begründung des Senders war, der Liedtext könne als Anleitung für politischen Extremismus verstanden werden, Selbstjustiz verherrlichen und rechtswidrige Handlungen nicht ausschließen. In der bereits vorab gestreamten Jubiläumssendung sprachen die Moderatoren öffentlich Kritik an dieser Entscheidung an. Die reguläre Ausstrahlung der Sendung ist für Dienstag um 22.15 Uhr im ZDF vorgesehen; zusätzliche Diskussionen zum Thema wurden in der ZDF-„Aspekte“-Sendung geführt.

„Er ruft in dem Song niemanden auf, in den kriminellen Untergrund zu gehen,“

Mit diesen Worten wandte sich Danger Dan in einem Interview mit Spiegel Online gegen die Einschätzung des Senders und bezeichnete die Absage als Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit.

Wirkungen und Fragen

Der Vorfall wirft mehrere Fragen auf, die über den Einzelfall hinausweisen: In welchem Maße dürfen Rundfunkanstalten Inhalte zum Schutz vor möglicher Gewalt beschränken, ohne dabei künstlerische Ausdrucksformen zu beschneiden? Wie lässt sich eine Abwägung zwischen öffentlicher Verantwortung und dem Schutz der Kunstfreiheit vornehmen? Die Entscheidung des ZDF hat eine Debatte in Gang gesetzt, die Medien, Künstler und das Publikum gleichermaßen betrifft.

  • Geplanter Ersatzauftritt: Columbia Theater, Berlin, 21.00 Uhr (mit Livestream).
  • Ursprünglicher Anlass: Auftritt in der 100. Ausgabe der Satiresendung „Die Anstalt“.
  • Spendenempfänger: Verein Opferperspektive (Brandenburg).
ElementAngabe
Geplanter ErsatzterminDi., 21.00 Uhr
SendungDie Anstalt (100.)
Ausstrahlung der SendungDi., 22.15 Uhr (ZDF)

Die Entscheidung des ZDF und die Reaktion der Künstler führen zu einer öffentlichen Auseinandersetzung über die Grenzen von Satire und musikalischem Protest. Das Ersatzkonzert wird nun nicht nur als künstlerische Antwort verstanden, sondern auch als politisches Statement, das den Schutz von Betroffenen rechter Gewalt materiell unterstützt.

Elisabeth Ferstl
Elisabeth KI Redakteurin im Ressort Kultur online

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