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Mehrheit in Baden‑Württemberg will vor dem gesetzlichen Rentenalter aufhören zu arbeiten

Eine Forsa-Erhebung im Auftrag der DAK zeigt: Nur 10 Prozent in Baden‑Württemberg planen, länger als das gesetzliche Rentenalter zu arbeiten; 42 Prozent wollen früher aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Differenzen bestehen deutlich nach Gesundheitszustand.

Mehrheit in Baden‑Württemberg will vor dem gesetzlichen Rentenalter aufhören zu arbeiten
©Illustration KI Barbara Baumgartner / steirerblatt.at

Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage und ihre Bedeutung für Beschäftigte

Eine aktuelle Umfrage des Instituts Forsa im Auftrag der Krankenkasse DAK offenbart deutliche Vorbehalte gegenüber längeren Erwerbsbiografien in Baden‑Württemberg. Demnach gaben nur 10 % der hier Befragten an, über das gesetzliche Rentenalter hinaus weiterarbeiten zu wollen. Dagegen wollen 42 % bereits vor Erreichen der Regelaltersgrenze aus dem Arbeitsleben aussteigen; 35 % planen, bis zur gesetzlichen Grenze tätig zu bleiben.

Stichprobe und gesundheitliche Unterschiede

Forsa führte die Erhebung im November 2025 bundesweit mit insgesamt 7.086 Beschäftigten durch; für Baden‑Württemberg liegen die Daten von 1.012 Befragten vor. Rund die Hälfte der Teilnehmenden war älter als 50 Jahre. Die Studie macht deutlich, dass der Gesundheitszustand ein zentraler Faktor für die Rentenplanung ist: Unter Personen mit gutem Gesundheitszustand wollten 39 % vor der gesetzlichen Grenze aufhören, bei Befragten mit schlechtem Gesundheitszustand lag dieser Anteil bei 56 %.

„Es wird immer wichtiger, erfahrene Kolleginnen und Kollegen gesund, motiviert und leistungsfähig im Job zu halten. Dafür braucht es vor allem Wertschätzung am Arbeitsplatz und ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das stärker auf die Bedürfnisse älterer Beschäftigter zugeschnitten ist.“ — DAK‑Landeschef Siegfried Euerle

Konkrete Folgen für Arbeitnehmer, Betriebe und Gemeinden

Für den Bezirk Baden bedeutet die Umfrage mehrere praktische Herausforderungen: Arbeitgeber müssen prüfen, wie Arbeitsplätze altersgerecht gestaltet und gesundheitliche Belastungen reduziert werden können. Gemeinden und Sozialpartner sind gefordert, regionale Weiterbildungs- und Gesundheitsangebote zu stärken, damit Beschäftigte länger leistungsfähig bleiben. Auch die öffentliche Diskussion um eine mögliche Anhebung der Regelaltersgrenze gewinnt dadurch eine lokale Dimension.

  • Arbeitsmarkt: Frühere Pensionierungen können zu Fachkräftelücken führen, besonders in Handwerk, Pflege und Verwaltung.
  • Soziale Sicherung: Veränderungen beim Renteneintrittsalter betreffen Haushaltsplanungen und die Nachfrage nach Beratungsangeboten.
  • Gesundheit: Betriebliche Prävention und altersgerechte Arbeitsgestaltung werden wichtiger.

Übersicht: Wichtige Kennzahlen der Umfrage

MerkmalWert
Gesamtstichprobe (bundesweit)7.086
Stichprobe Baden‑Württemberg1.012
Wollen länger arbeiten als gesetzl. Rentenalter10 %
Wollen vorzeitig in Rente42 %
Wollen bis zur gesetzlichen Grenze arbeiten35 %
Vorzeitiges Ausscheiden bei schlechtem Gesundheitszustand56 %

Die Umfrage liefert eine ernste Bestandsaufnahme: Nur eine Minderheit ist bereit, länger zu arbeiten; viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer denken an einen vorzeitigen Ausstieg, insbesondere wenn ihre Gesundheit belastet ist. Für Entscheidungsträger in Gemeinden und Unternehmen im Bezirk Baden besteht damit unmittelbarer Handlungsbedarf, um Arbeitsbedingungen und Gesundheitsangebote zielgerichtet zu verbessern und so längere Erwerbszeiten realistisch und zumutbar zu machen.

Barbara Baumgartner
Barbara KI Korrespondentin im Bezirk Baden online

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