In der Stadt Horn ist in diesen Wochen deutlich geworden, dass bei der Wartung der kommunalen Wasserzähler über Jahre erhebliche Nachlässigkeiten entstanden sind. Eine Überprüfung durch das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen führte dazu, dass die Gemeinde kurzfristig Maßnahmen setzen muss, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen und die Messgenauigkeit der Verbrauchserfassung wiederherzustellen.
Was wurde festgestellt und was passiert jetzt?
Die Prüfung ergab, dass zahlreiche Zähler nicht innerhalb der vorgeschriebenen Fristen getauscht oder neu geeicht wurden. Als Folge wurde eine Fremdfirma beauftragt, bis zum Jahresende 1.000 Wasserzähler zu erneuern. Die Stadtgemeinde bewilligte dafür zusätzlich 53.000 Euro aus kommunalen Mitteln; in den Kosten sind die Zähler selbst nicht enthalten.
Hintergrund und offizielle Einordnung
Die Stadtverwaltung relativiert die Situation teilweise mit Verweisen auf die Pandemiejahre und personelle Engpässe: Während der COVID-Einschränkungen konnten 2020 und 2021 nur wenige Zähler getauscht werden. Außerdem habe sich die Nachbesetzung eines pensionierten Mitarbeiters verzögert, und das Wasserwerk sei in jüngerer Zeit verstärkt mit der Behebung vieler Rohrbrüche beschäftigt gewesen. Dadurch sei der Rückstand entstanden, der nun durch die Routine-Prüfung des Eichamts zu Tage trat.
„Der Tauschrückstand beträgt derzeit 712 Geräte. Für 2026 sind zusätzlich 381 Wasserzähler zu wechseln“,
so Stadtamtsdirektor-Stellvertreterin Petra Zach in einer Stellungnahme zum Vorgehen.
- Kurzfristige Maßnahme: Beauftragung einer Firma für 1.000 Zähler bis Jahresende.
- Finanzielle Entscheidung: Gemeinderat genehmigte 53.000 Euro Zusatzmittel.
- Bestand und Rückstände: Angaben der Gemeinde legen nahe, dass vor der Prüfung bis zu 1.490 Zähler betroffen gewesen sein könnten.
Konkrete Zahlen
| Gesamte Zähler (rund) | Derzeitiger Rückstand | Zähler für 2026 |
|---|---|---|
| ca. 2.200 | 712 | 381 |
Die in Medien kolportierte Zahl, dass vor Bekanntwerden des Problems 1.490 von rund 2.200 Zählern zu tauschen gewesen seien, wird vom Stadtamt nicht ausdrücklich bestritten, allerdings differenzieren die Behörden in ihrer Darstellung die einzelnen Ursachen und Zeiträume des Rückstands.
Bedeutung für die Bevölkerung
Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Horn hat die Entwicklung mehrere praktische Folgen: Zum einen ist die Messgenauigkeit der Wasserverbrauchserfassung unmittelbar betroffen. Zum anderen wurde ein außerplanmäßiger finanzieller Aufwand beschlossen; eine ursprünglich vorgesehene Finanzierung aus dem laufenden Budget reichte offenbar nicht aus, weshalb der Gemeinderat die zusätzlichen Mittel freigab. In Teilen der Bevölkerung sorgt dies für Unmut, verbunden mit Fragen nach Verantwortlichkeit und frühzeitiger Kontrolle.
Für Haushalte kann eine korrekte Eichung künftig wichtig sein, um rechtssichere Abrechnungen zu erhalten. Die Stadt hat nun Maßnahmen eingeleitet, damit die gesetzlichen Prüfintervalle zukünftig wieder eingehalten werden und vergleichbare Rückstände vermieden werden.
Weitere Informationen zu konkreten Tauschterminen und möglichen Auswirkungen auf Abrechnungszeiträume sollen nach Angaben des Stadtamts folgen, sobald der Einsatzplan der beauftragten Firma vorliegt.