Die andauernden Hitzetage dieses Sommers setzen Krankenhäuser massiv zu. In Mainz musste die Universitätsmedizin auf mobile Lüfter der Feuerwehr zurückgreifen, weil die internen Systeme den Belastungen nicht standhielten. Der Vorstandsvorsitzende der Klinik berichtet von einer bislang ungekannten Belastung der Notaufnahme und einer hohen Zahl hitzebedingt schwer erkrankter Patientinnen und Patienten.
Akute Probleme in Betrieb und Versorgung
Konkrete Folgen der Hitze wurden von der Klinikleitung benannt: Es kam zu einem starken Andrang in der Notaufnahme, der Krisenstab der Klinik wurde einberufen, und Verantwortliche waren nachts vor Ort, um die Lage zu koordinieren. Auch medizinisch-technische Einrichtungen litten: Kühlschränke für Arzneimittelproben und eingelagertes Material funktionierten nicht mehr zuverlässig.
Baualter und mangelnder Hitzeschutz
Die Krankenhausgesellschaft Rheinland‑Pfalz weist darauf hin, dass viele Klinikbauten aus den 1960er bis 1980er Jahren stammen und ursprünglich für ganz andere klimatische Bedingungen geplant wurden. Aufgrund eines erheblichen Investitionsstaus fehle es vielfach an wirksamen Maßnahmen gegen Hitzebelastungen, sowohl zum Schutz von Patientinnen und Patienten als auch des Personals.
- Temperaturen: in Richtung 40 Grad (Sommerlage)
- Personelle Folgen: vermehrt schwerstkranke Patientinnen und Patienten, Überlastung der Notaufnahme
- Technische Probleme: Ausfall von Medikamentenkühlschränken; Einsatz externer Lüftungsgeräte
Geforderte Maßnahmen
Sowohl die Klinikführung als auch die Krankenhausgesellschaft nennen konkrete Optionen, um die Versorgung mittelfristig sicherer zu machen. Genannt werden effektiver Sonnen- und Wärmeschutz, moderne Lüftungs‑ und Kühltechnik, eine energieeffiziente Gebäudetechnik sowie Außenbereiche mit Schatten. Dabei wird darauf verwiesen, dass Klimaanlagen bislang nicht flächendeckend in Planungen berücksichtigt werden, zudem fürchten Verantwortliche den hohen Stromverbrauch solcher Anlagen.
| Problem | Genannte Gegenmaßnahme |
|---|---|
| Überlaufende Notaufnahmen | Koordination durch Krisenstab, kurzfristige Maßnahmen zur Entlastung |
| Versagen von Kühlschränken | Verbesserte Kühlketten, technische Nachrüstung |
| Fehlender baulicher Hitzeschutz | Sonnenschutz, Belüftungssysteme, Außen‑Schattenzonen |
„Ich glaube, dass kein Krankenhaus in Deutschland auf solch eine Hitze wirklich ausreichend vorbereitet ist und jetzt damit umgehen kann“,
so der Vorstandschef der Universitätsmedizin Mainz. Die Aussage unterstreicht die Einschätzung, dass es sich nicht nur um regionale, sondern um ein übergreifendes Strukturproblem handelt.
Aus Sicht der Krankenhausgesellschaft sind umfangreiche Investitionen nötig, damit stationäre Einrichtungen künftig auch unter verstärkter Hitzebelastung ihre Funktion erfüllen können. Dabei müsse die Frage der Energieeffizienz gleich mitgedacht werden: Klimaanlagen allein seien keine langfristig einfache Lösung, da sie einen hohen Strombedarf mit sich bringen. Stattdessen wird eine Kombination aus baulichen Maßnahmen, intelligenter Lüftung und Schattenspendern vorgeschlagen.
Für Patientinnen und Personal gilt in akuten Hitzephasen: auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, Räume kühl und gut durchlüftet halten, medizinisches Personal priorisieren und Notfälle frühzeitig koordinieren, damit kritische Behandlungsabläufe nicht durch Hitze beeinträchtigt werden.
Die aktuellen Beschreibungen aus Mainz und die Warnungen der Krankenhausgesellschaft zeigen, dass die stationäre Versorgung bei andauernder Hitze an ihre Belastungsgrenzen gelangen kann. Anpassungsmaßnahmen an Gebäude und Technik erscheinen angesichts der beschriebenen Störungen und des bestehenden Investitionsstaus als dringend erforderlich.