Pfandsystem als Verbindung von Umwelt- und Sozialpolitik
Die Marktgemeinde Hard hat an öffentlichen Orten insgesamt fünf Pfandstationen eingerichtet. Die Standorte verteilen sich über zentrale Plätze der Gemeinde und sollen das Wegwerfen pfandpflichtiger Getränkeverpackungen in den Restmüll reduzieren. Die Maßnahme ist Teil eines Pilotprojekts des Vorarlberger Gemeindeverbands.
Nach Angaben der Gemeinde können leere Pfandflaschen und -dosen in den Stationen abgelegt werden. Pfandsammlerinnen und Pfandsammler haben demnach die Möglichkeit, die Gebinde direkt aus den Stationen zu entnehmen und das Pfand geltend zu machen. Damit möchte die Gemeinde vermeiden, dass pfandpflichtige Verpackungen weniger sorgfältig entsorgt werden oder bis zur nächsten Rückgabeautomaten weggeschleppt werden müssen.
Standorte und Nutzungsaspekte
Die Gemeinde nennt mehrere konkrete Aufstellorte. Bekannte Standorte sind die Bushaltestelle bei der Kirche, der Stedepark, das Harder Seeufer sowie der Spielplatz Kiese. Insgesamt sind es fünf Stationen; die Gemeinde betont den dezentralen Charakter der Verteilung.
| Standort | Funktion |
|---|---|
| Bushaltestelle bei der Kirche | Zugänglich für Pendler und Fußgänger |
| Stedepark | Freizeitbereich, hoher Fußverkehr |
| Harder Seeufer | Erholungszone, häufige Besucher |
| Spielplatz Kiese | Familien- und Kinderbereich |
- Gesamtzahl der Stationen: 5
- Initiator: Vorarlberger Gemeindeverband (Pilotprojekt)
- Zielgruppen: Anwohnende, Freizeitbesucher und Pfandsammler
Die Gemeinde beschreibt das Projekt als Kombination von Umwelt- und Sozialgedanken. Bürgermeister Martin Staudinger betont die beidseitigen Vorteile der neuen Stationen:
„Mir ist wichtig, dass sich etwas für alle Beteiligten lohnt. In diesem Fall profitieren einerseits diejenigen davon, die nicht ihre leeren Dosen oder Flaschen mit sich herumtragen müssen. Andererseits profitieren auch diejenigen, die sich mit dem Sammeln von Flaschenpfand ihr Einkommen aufbessern.“
Die kommunizierten Vorteile sind zweigleisig: Zum einen soll die Infrastruktur dazu beitragen, dass weniger pfandpflichtige Verpackungen im Restmüll landen. Zum anderen sieht die Gemeinde in den Stationen eine Unterstützung für Menschen, die durch das Sammeln von Pfandflaschen ein Zusatzeinkommen erzielen.
Bedeutung für Hard und mögliche Folgen
Für die Einwohnerinnen und Einwohner von Hard bedeutet das neue Angebot eine zusätzliche Entsorgungsoption in Wohn- und Freizeitbereichen. Kurzfristig dürfte sich die Maßnahme vor allem dort bemerkbar machen, wo bisher oft Verpackungsabfälle zurückgelassen wurden: an Haltestellen, Parkanlagen und Seeufern. Für Pfandsammlerinnen und Pfandsammler entfällt an diesen Orten teilweise das Aufsammeln aus öffentlichen Mistbehältern, weil die Gebinde zentral zugänglich bereitliegen.
Langfristig hängt der Erfolg des Pilotprojekts von mehreren Faktoren ab: Akzeptanz durch die Bevölkerung, regelmäßige Leerung und Wartung der Stationen sowie die Auswertung der gesammelten Mengen durch den Vorarlberger Gemeindeverband. Weitere Informationen zum Projekt verweist die Gemeinde an die zentrale Projektseite des Landes (umweltv.at).
Der Pilotcharakter lässt zudem offen, ob und in welcher Form das Angebot ausgeweitet werden kann. Sollte sich die Maßnahme als wirksam erweisen, könnten ähnliche Stationen an weiteren stark frequentierten Punkten in Hard oder auch anderen Gemeinden folgen.