Angriff bei Kontrolle: Bahnmitarbeiter schwer verletzt
Bei einer Fahrscheinkontrolle in einem Fernzug auf der Strecke Baden-Baden–Karlsruhe ist am Freitagabend ein Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn lebensgefährlich verletzt worden. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft geriet ein Fahrgast während der Kontrolle in Streit, zwei Sicherheitskräfte wurden hinzugezogen. Im Verlauf der Auseinandersetzung stürzte der 26-jährige Bahnmitarbeiter aus dem fahrenden Zug und wurde später etwa zwei Kilometer vor dem Bahnhof Ettlingen-Bruchhausen aufgefunden.
Der Vorfall ereignete sich gegen 19:35 Uhr. Zunächst kam es laut Ermittlern zu verbalen Streitigkeiten mit einem mutmaßlich betrunkenen Fahrgast, danach zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem 36-jährigen Beschuldigten und dem Sicherheitsmann. Während des Gerangels wurde eine Tür des Zugs beschädigt; durch einen Spalt im unteren Bereich der Tür sei der Mitarbeiter schließlich bei einer Geschwindigkeit von etwa 120 km/h ins Gleisbett gestürzt.
Rettung, Spurensicherung und Ermittlungsstand
Der Verletzte wurde bei einer großangelegten Suche gefunden; dabei kamen auch Drohnen zum Einsatz. Sein Zustand wurde von der Polizei als kritisch, aber stabil bezeichnet. Der Zug wurde beschlagnahmt, Ermittlungen zur genauen Tatablauf und zur Verantwortlichkeit laufen.
- Ort: Strecke Baden-Baden–Karlsruhe, Auffindungsort ca. 2 km vor Ettlingen-Bruchhausen
- Zeit: etwa 19:35 Uhr (Freitagabend)
- Beteiligte: 26-jähriger Sicherheitsmitarbeiter, 36-jähriger Fahrgast (beschuldigt)
In einer gemeinsamen Mitteilung bestätigten Staatsanwaltschaft und Polizei die bisherigen Ergebnisse der Erstermittlungen und schilderten eine massive Gewalteinwirkung gegen den Bahnmitarbeiter. Das Amtsgericht Karlsruhe hat mittlerweile den Erlass eines Haftbefehls gegen den Beschuldigten abgelehnt; nähere Gründe wurden in der Mitteilung nicht ausgeführt.
| Zeit | Ereignis |
|---|---|
| ~19:35 Uhr | Beginn der Auseinandersetzung während Fahrscheinkontrolle |
| Später | Sturz des 26-Jährigen aus dem Zug bei ~120 km/h |
| Suchaktion | Finder des Verletzten ca. 2 km vor Ettlingen-Bruchhausen; Einsatz von Drohnen |
| Folge | Zug beschlagnahmt; Amtsgericht lehnt Haftbefehl ab |
Für Pendlerinnen und Pendler sowie Zugpersonal bleiben mehrere Fragen offen: Wie sicher sind Kontrollen im Zug, welche präventiven Maßnahmen könnten Personal schützen, und welche Konsequenzen hat das Ergebnis der Haftbefehlsentscheidung für den weiteren Verlauf der Ermittlungen? Konkrete Antworten darauf liegen bislang in der offiziellen Ermittlungskommunikation noch nicht vor.
Der Vorfall wird sowohl die Diskussion um Sicherheit im öffentlichen Verkehr als auch die Einsatzkonzepte der DB-Sicherheit begleiten. Bis zum Abschluss der Ermittlungen bittet die Polizei um Hinweise von Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder ergänzende Informationen zum Hergang geben können.