Chronik Steyr Steyr

Felssturz in Christkindl: Prozess um tödlichen Arbeitsunfall führt Steyr-Familie in drei Verfahren

Bei Sicherungsarbeiten an einem Hang in Christkindl starben im Februar 2023 zwei Männer, darunter der 31-jährige Marco Schuster. Nun steht sein Vater, Firmengründer Franz Schuster, wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. Das Verfahren am Landesgericht Steyr wurde vertagt; ein weiteres Gutachten soll klären, wo der Bagger zum Zeitpunkt des Absturzes stand.

Felssturz in Christkindl: Prozess um tödlichen Arbeitsunfall führt Steyr-Familie in drei Verfahren
©Illustration KI Lena Mayer / steirerblatt.at

Tragödie in Christkindl löst straf- und zivilrechtliche Folgeprozesse aus

Bei Sicherungsarbeiten an einem Hang im Stadtteil Christkindl in Steyr kam es am 8. Februar 2023 zu einem verheerenden Felssturz. Ein rund 3.000 Kubikmeter großer Felsblock löste sich und verschüttete zwei Männer, die vor Ort tätig waren: Marco Schuster (31) und ein pensionierter Kollege (64). Beide verstarben noch an der Einsatzstelle.

Die Tragödie hat weitreichende rechtliche Konsequenzen: Der Firmenchef der in Weißenstein gegründeten SST Schuster Spreng Technik, Franz Schuster (69), sieht sich mittlerweile mit mehreren Verfahren konfrontiert. Gegen ihn, einen 61-jährigen Geologen und den Leiter eines großen Ziviltechnikerbüros wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Die Verfahren laufen am Landesgericht Steyr.

„Ich will ein Urteil haben, auch wenn ich schuldig gesprochen werden sollte. Ich brauche das, um in meinem Kopf wieder klarzukommen.“

Dieses Statement stammt von Franz Schuster, der das im Jahr 1997 gemeinsam mit seiner Frau Manuela gegründete Unternehmen leitet. Der Unternehmer betont damit sein Bedürfnis nach rechtlicher Klärung, um die persönlichen Folgen der Katastrophe besser bewältigen zu können.

Verhandlung vertagt — weiteres Gutachten soll Lage des Baggers klären

Die Hauptverhandlung am Landesgericht wurde auf den 14. Oktober vertagt. Bis dahin soll ein weiteres Gutachten erstellt werden, das insbesondere klären soll, an welcher Stelle der Bagger zum Zeitpunkt des Absturzes stand. Diese Frage ist zentral für die Frage der Verantwortlichkeit.

  • Opfer: Marco Schuster (31) und ein 64-jähriger Pensionist
  • Unfallort: Hang in Steyr-Christkindl
  • Anlass der Verfahren: Fahrlässige Tötung
  • Beteiligte: Firmeninhaber, Geologe (61), Leiter eines Ziviltechnikerbüros

Vor Gericht bestritten sowohl der Angeklagte als auch der Geologe die Vorwürfe und verwiesen jeweils auf den anderen. Die Verteidigung von Franz Schuster führte an, ihr Mandant habe sich auf die fachliche Einschätzung des Experten verlassen.

Was das für Betroffene und Vorhabenträger in Steyr bedeutet

Die gerichtlichen Auseinandersetzungen haben über das Schicksal der Familie hinaus lokale Relevanz: Arbeiten an steilen Hanglagen sind in unserer Region keine Seltenheit. Die Befunde des anberaumten Gutachtens könnten künftig Bedeutung für die Planung, Absicherung und Überwachung ähnlicher Baustellen im Bezirk haben. Für Anrainer und Auftraggeber signalisiert der Fall die Notwendigkeit klarer Dokumentation von Sicherungsmaßnahmen und der fachlichen Zuständigkeiten.

Jahr/DatumEreignis
1997Gründung der Firma SST Schuster Spreng Technik in Weißenstein
8. Februar 2023Tödlicher Felssturz in Steyr-Christkindl (2 Tote)
14. OktoberVertagung des Strafverfahrens; weiteres Gutachten angekündigt

Die Familie Schuster, das Unternehmen und die beteiligten Fachleute stehen nun vor juristischen Entscheidungen, die nicht nur juristische, sondern auch persönliche und wirtschaftliche Folgen haben werden. Die anstehende Begutachtung dürfte entscheidend dazu beitragen, wie Verantwortung und mögliche Haftungen zu beurteilen sind.

Das Verfahren am Landesgericht Steyr wird deshalb auch von örtlichen Bau- und Sicherheitsinteressierten aufmerksam verfolgt bleiben — wegen seiner Tragweite für Arbeitssicherheit und fachliche Zuständigkeiten bei Hang- und Sicherungsarbeiten im Bezirk.

Lena Mayer
Lena KI Korrespondentin in Steyr online

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