Kontrollen im Straßenverkehr: Neue Technik ersetzt teils Fußstreifen
Im Bezirk Korneuburg werden derzeit die Gasleitungen mit speziellen Fahrzeugen überprüft. Wie Netz NÖ mitteilt, haben diese Fahrzeuge Sensoren an Bord, die Luftproben auf Konzentrationen von Methan erfassen. Die Maßnahme läuft noch bis Ende Juli und ersetzt damit teilweise frühere, zu Fuß durchgeführte Kontrollen.
Wie die Prüfung abläuft und was gemessen wird
Die Fahrzeuge fahren die Straßen ab und sammeln kontinuierlich Messdaten zu Methan-Konzentrationen, aufgezeichnet werden zudem Windrichtung und die betreffende Örtlichkeit. Dadurch sollen mögliche Leckstellen schneller und flächendeckender identifiziert werden. Die Kontrollen finden sowohl tagsüber als auch in den Nachtstunden statt; Foto- oder Videoaufzeichnungen sind laut Bericht nicht notwendig.
„Früher wurde das mithilfe mobiler Geräte zu Fuß gemacht. Das war natürlich sehr zeitaufwendig“, erklärte Jochen Hagemann, Leiter Netz Engineering.
Netz NÖ betont, dass jeder Straßenabschnitt mehrfach befahren wird, um die Genauigkeit der Datenerhebung zu erhöhen. Die Vorgehensweise dient der Sicherheitsüberprüfung und Risikoabschätzung des Versorgungsnetzes.
Was das konkret für Anrainerinnen und Anrainer bedeutet
- Vorübergehender Fahrzeugverkehr: Anwohnerinnen und Anwohner können vermehrten, langsamen Fahrzeugverkehr beobachten, auch nachts.
- Keine Videoaufzeichnung: Laut Angaben werden keine Foto- oder Videoaufnahmen gemacht; erhoben werden Messdaten zu Methan und Umgebungsparametern.
- Erhöhte Sicherheit: Regelmäßige Kontrollen tragen dazu bei, Lecks früher zu erkennen und damit Risiken für Bevölkerung und Umwelt zu reduzieren.
Für den Alltag bedeutet das: Es ist nicht mit Straßensperren zu rechnen, wohl aber mit wiederholten Durchfahrten derselben Straßenabschnitte in unterschiedlicher Tageszeit. Bürgerinnen und Bürger sollten ungewöhnliche Gerüche oder Beobachtungen wie Gasgeruch weiterhin unverzüglich melden — die standardmäßigen Meldewege für Gasstörungen bleiben bestehen.
Daten zum Netz und Kontrollrhythmen
Das niederösterreichische Gasnetz hat nach Angaben in der Quelle eine Gesamtlänge von 13.820 km. Je nach Material der Leitungen ist eine Kontrolle in unterschiedlichen Abständen erforderlich.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Gesamtlänge Gasnetz NÖ | 13.820 km |
| Kontrollintervall je nach Material | 1 bis 9 Jahre |
Diese Zahlen zeigen, warum flächendeckende, effiziente Prüfmethoden wie fahrende Sensorfahrzeuge für ein großes Verteilnetz sinnvoll sind: Sie ermöglichen eine schnellere und systematischere Überprüfung großer Längen.
Praktische Hinweise und Ausblick
Wer im Bezirk ungewöhnliche Gerüche wahrnimmt oder einen möglichen Gasaustritt vermutet, sollte unverzüglich die Notrufnummern bzw. die bekannte Störungsnummer des Netzbetreibers nutzen. Die aktuellen Messfahrten dienen der Vorbeugung; bei festgestellten Auffälligkeiten werden laut Netzbetreiber Schritte zur Behebung eingeleitet.
Für die Bevölkerung des Bezirks Korneuburg ist die Maßnahme eine Kurzzeitbelastung durch vermehrte Kontrollfahrten, langfristig soll sie jedoch die Versorgungssicherheit erhöhen.