Beim Treffen der NATO‑Staats‑ und Regierungschefs in Ankara sorgte ein ungewöhnliches Präsent für Aufsehen: Präsident Recep Tayyip Erdogan soll an die Gäste einen in der Türkei gefertigten Revolver verschenkt haben. Nach Angaben des britischen Premierministers Keir Starmer und einer Bestätigung der Bundesregierung erhielt auch Bundeskanzler Friedrich Merz eine solche Waffe.
Was ist bekannt?
Nach Medienberichten handelte es sich um ein Modell der Marke Sarsilmaz (SR 38 wurde in der Berichterstattung genannt). Laut Aussage von Teilnehmern waren die Revolver angeblich mit dem Namen des jeweiligen Empfängers versehen; zudem soll jedem Geschenk eine Packung Munition beigelegen haben. Konkrete Details zum genauen Modell und zu technischen Spezifikationen wurden nicht weiter ausgeführt.
Wie reagierte die Bundesregierung?
Die deutsche Regierung ließ über einen Sprecher mitteilen, dass Kanzler Merz die Waffe nicht privat mit nach Deutschland nahm, sondern sie «der Botschaft übergeben» habe, damit sie «ordnungsgemäß eingeführt und dann in der Sammlung offizieller Geschenke inventarisiert werden kann».
„Der Revolver wurde der Botschaft übergeben, damit er ordnungsgemäß eingeführt und dann in der Sammlung offizieller Geschenke inventarisiert werden kann.“
Auch Großbritannien ließ seine Waffe in der Türkei. Nach Angaben von Keir Starmer sei zunächst eine Entschärfung nötig gewesen; eine Einfuhr hätte sonst mit den strengen britischen Waffengesetzen kollidiert. Berichten zufolge habe es zudem ein Schreiben Erdogans gegeben, das die Ausfuhrbeschränkungen für die betreffenden Waffen aus der Türkei aufheben sollte — dies ändert jedoch nicht die nationalen Rechtslagen der Empfängerländer.
Folgen und offene Fragen
Das Ereignis wirft mehrere Fragen auf, die über die skurrile Bildwirkung hinausreichen:
- Rechtslage: Welche Schritte sind nötig, um eine dienstliche Geschenkübernahme rechtlich einwandfrei zu dokumentieren und durchzuführen?
- Sicherheit: Wie wird mit munitionierten Gastgeschenken verfahren, bis sie in offiziellen Sammlungen aufgenommen sind?
- Diplomatie: Welche Signale sendet ein derartiges Präsent im Kontext eines sicherheitspolitischen Treffens?
Der NATO‑Gipfel fand am 7. und 8. Juli statt. Abgesehen von diesem auffälligen Geschenk beschäftigte das Treffen die Öffentlichkeit auch aus anderen Gründen; in den Berichten werden politische Kontroversen und Verhandlungen erwähnt, doch was bleibt haften, ist das Bild von Staatschefs, die mit einer Waffe als Souvenir in die Heimat zurückkehren — oder sie der Botschaft übergeben.
| Fakt | Bekanntes Detail |
|---|---|
| Geber | Recep Tayyip Erdogan |
| Empfänger (bekannt) | Friedrich Merz, Keir Starmer u. a. |
| Gegenstand | Sarsilmaz‑Revolver (mit Munition) |
| Vorgehen | Übergabe an Botschaft zur Inventarisierung |
Die genaue rechtliche Bewertung solcher Präsente bleibt Sache der zuständigen Behörden. Bis dahin steht fest: Ein ungewöhnliches Gastgeschenk hat beim Gipfel für Diskussionsstoff gesorgt — und für die bürokratische Nacharbeit, die auf Botschaften und Ämter zukommt.
Simon Prisching, Ressort Kurioses