VOKA zieht klare Grenze zwischen Berufskunst und Hobby
Im Bezirk Neunkirchen löst die Aussage des Puchberger Malers VOKA eine Diskussion über die Rolle von Hobbykünstlern und professionellen Künstlern aus. Der Künstler, der laut Bericht international gehandelt wird, betonte, dass es im Bezirk und in Wiener Neustadt nur wenige Personen gebe, die er wirklich als Künstler bezeichnen würde.
VOKA machte deutlich, dass für ihn gute Kunst die Verbindung von handwerklichem Können und einer erkennbaren eigenen Handschrift voraussetzt. Neben handwerklicher Qualität nannte er Marktmechanismen als bestimmenden Faktor für den Preis eines Werks.
"Ob meine Bilder 500, 5.000 oder 5 Millionen Euro kosten, hat nur damit zu tun, wie gut ich am Markt etabliert bin und welche Leute mich sammeln. Man muss auch in den richtig großen Auktionshäusern gehandelt werden."
Er wies zudem auf die Bedeutung des Ausstellungsortes hin: Ob ein Werk in Portugal, in New York oder in einer Bankfiliale in der Provinz gezeigt werde, spiele eine große Rolle für Wahrnehmung und Wert. Gleichzeitig sagte VOKA, dass Malen als Hobby sehr wertvoll sei, weil es entspannt und Freude bereitet — jedoch werde nicht jede:r, der oder die regelmäßig malt, automatisch zum Künstler.
Ein konkretes Beispiel aus dem Bericht ist der Ternitzer Franz Mucker, der vor einigen Jahren an einem von VOKA geleiteten Kurs teilnahm. Er präsentiert seine Arbeiten mit Stolz, ordnet sich aber offenbar nicht notwendigerweise in die Kategorie „Künstler“ ein.
Was bedeutet das für die lokale Szene?
- Unterschiedliche Erwartungen: Für Sammler und Veranstalter zählen Marktpräsenz und Ausstellungskontext.
- Breite Beteiligung: Viele Menschen im Bezirk betreiben Malerei als Hobby, was das kulturelle Angebot ergänzt.
- Klare Profile: Professionelle Künstler benötigen neben Können oft auch Netzwerke und Marktauftritte, um entsprechend wahrgenommen zu werden.
Die Stellungnahme von VOKA führt in Neunkirchen zu einer nüchternen Bilanz: Malen ist weit verbreitet und gesellschaftlich wertvoll, doch die Einstufung als Künstler hängt von mehr als dem individuellen Schaffensakt ab.
| Aspekt | VOKAs Sicht |
|---|---|
| Handwerk | Unverzichtbar zusammen mit eigener Handschrift |
| Marktfaktoren | Entscheidend für Preise (Auktionshäuser, Sammler) |
| Ausstellungsort | Beeinflusst Wahrnehmung (z. B. New York vs. Provinz) |
Für Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks bedeutet das: Wer malen möchte, findet hier Raum und Gemeinschaft — zugleich bleiben Fragezeichen bei der professionellen Einordnung und bei der Realisierung von Karrierewegen in der Kunstwelt. Die Debatte zeigt auch, wie wichtig klare Kriterien und Transparenz bei Preis- und Ausstellungsfragen für lokale Künstlerinnen und Künstler sind.