Ein Haus mit über 100 Jahren Stadtgeschichte
Das Gebäude in der Volksbadstraße 4 ist ein sichtbares Relikt jener Zeit, als öffentliche Badeeinrichtungen den Alltag vieler Menschen bestimmten. Errichtet im Jahr 1908, beherbergte es lange Jahre das städtische Volksbad und prangt noch heute mit der Inschrift „Volksbad“ über dem Eingang; darunter erinnert ein Wappen mit dem Wolfsberger Wolf an die städtische Herkunft des Hauses. Inzwischen ist im Bauwerk das Lavanttaler Physiotherapeutische Institut (LPI) untergebracht.
Was das Bad einst bot
Historische Beschreibungen und Zeitzeugen geben ein Bild der früheren Ausstattung: Das Angebot reichte von einem Freibad mit Liegewiese bis zu umfangreichen Einrichtungen im Keller. Konkret nennt die Überlieferung:
- ein Freibecken und eine rund 20 Meter große Liegewiese,
- Wannen- und Brausebäder im Keller,
- eine Dampfwäscherei und Dampfbäder.
Zeugen berichten, dass die Dampfwäscherei besonders geschätzt wurde, weil viele Haushalte damals nicht über vergleichbare Waschmöglichkeiten verfügten. Das Freibad mit seiner Sonnenterrasse war in warmen Monaten ein sozialer Treffpunkt.
„Besonders beliebt waren die Bäder in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“, erklärt Walter Richter, der das Bad in den 1950ern oft besucht hatte.
Bedeutung für Wolfsberg und heutige Relevanz
Für die Menschen in Wolfsberg bot das Volksbad nicht nur Hygiene und Erholung, sondern auch eine Infrastruktur, die alltägliche Bedürfnisse wie Wäschepflege unterstützte. Solche kommunalen Einrichtungen trugen wesentlich zur Lebensqualität bei, bevor private Haushalte mit moderner Ausstattung aufgerüstet waren. Für das Stadtbild ist das Gebäude bedeutsam: Die Fassade mit der historischen Beschriftung bleibt ein visueller Zeuge und Erinnerungsort.
Wichtige Fakten im Überblick
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Baujahr | 1908 |
| Standort | Volksbadstraße 4, Wolfsberg |
| Frühere Ausstattung | Freibecken, ~20 m Liegewiese, Kellerbäder, Dampfwäscherei |
| Aktuelle Nutzung | Lavanttaler Physiotherapeutische Institut (LPI) |
Die Meldung verweist zudem auf eine Verbindung des Baus zu Johann Offner, einer historischen Persönlichkeit, die in Wolfsberg Bedeutung hat. Konkrete Details dazu wurden im vorliegenden Bericht nicht weiter ausgeführt.
Für Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks bleibt das Haus ein greifbares Dokument städtischer Entwicklung: Es erinnert daran, wie sich Versorgungs- und Freizeitangebote in mehr als einem Jahrhundert verändert haben, und bietet Potenzial für weitere historische Aufarbeitung oder denkmalpflegerische Überlegungen.