Sommertrend: Mehrheit der Modelle erwartet einen zu warmen August
Die aktuellen Langfristprognosen weisen darauf hin, dass der August in Deutschland deutlich wärmer ausfallen dürfte als im langjährigen Mittel. Grundlage sind übereinstimmende Signale aus den großen europäischen und amerikanischen Wettermodellen. Für die Bevölkerung und Einsatzkräfte bedeutet das ein erhöhtes Risiko für sommerliche Hitzephasen und kräftige Gewitter.
Zahlen, die die Prognose stützen
Als Referenz nennt der Bericht das Klimamittel: Die mittlere Augusttemperatur beträgt demnach 16,5 °C (Zeitraum 1961–1990). Typischerweise scheint die Sonne im August rund 197 Stunden und es fallen etwa 77 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Durchschnittstemperatur (1961–1990) | 16,5 °C |
| Sonnenstunden im August | 197 h |
| Niederschlag im August | 77 l/m² |
Wahrscheinlichkeiten und erwartete Abweichungen
Die Modelle zeigen eine hohe Übereinstimmung, dass der August über dem Klimamittel liegen wird. Nach Einschätzung eines Diplom‑Meteorologen beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine überdurchschnittliche Monatsmitteltemperatur rund 80 Prozent.
„Wir liegen hier bei einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent“,
konkretisiert die Analyse. In absoluten Abweichungen wird ein Anstieg gegenüber dem älteren Klimamittel (1961–1990) von etwa +1,5 bis +2,5 °C erwartet. Vergleicht man mit dem jüngeren Referenzzeitraum (1991–2020), läge der Erwartungswert um rund +0,1 bis +1,1 °C darüber.
Auswirkungen und Vorsorge
Für Bevölkerung und Infrastruktur bedeutet eine wärmere Augustphase erhöhte Belastungen: Hitzeperioden können besonders für ältere Menschen, chronisch Kranke und beruflich im Freien Tätige gefährlich sein. Gleichzeitig sind in warmen Sommermonaten kräftige Gewitter mit lokalem Starkregen, Hagel und stürmischen Böen häufig.
- Schutz vor Hitze: ausreichend trinken, körperliche Anstrengung in kühle Tageszeiten verlegen.
- Im Freien Arbeitende: Pausen, Schatten und ausreichende Flüssigkeitszufuhr einplanen.
- Bei Gewitter: Unterschlupf suchen, nicht unter Bäumen oder in offenen Fahrzeugen aufhalten.
Kontext
Der August ist meteorologisch häufig der wärmste Monat des Jahres und wird in der Umgangssprache auch durch die sogenannten Hundstage (23. Juli bis 23. August) charakterisiert. Stabilere Hochdrucklagen in diesem Zeitraum begünstigen längere Wärmeabschnitte, die Modellübereinstimmung verstärkt die Erwartung, dass der kommende August zu den wärmeren Ausprägungen gehören könnte.
Die Prognose basiert auf Ensembleberechnungen großer Wetterzentren; kurzfristige Wetterereignisse wie einzelne Hitzewellen oder Unwetter sind weiterhin abhängig von der konkreten Lageentwicklung und müssen tagesaktuell beobachtet werden.