Die lang andauernde Trockenperiode in Teilen Südbadens hat nach Berichten von Betriebsleitern und Landwirtschaftsverbänden bereits sichtbare Schäden an Grünlandbeständen und Maiskulturen hinterlassen. Vor allem auf flachgründigen und kiesigen Böden, die Wasser schlecht speichern, ist die Vegetation stark ausgedörrt.
Konkrete Lage auf den Betrieben
Der Milchviehhalter Johannes Schwörer beschreibt den Zustand seines Grünlandes als „deprimierend“: Der Betrieb brauche aktuell rund 50 Prozent des üblichen Futters von außen, da das Wiesenangebot nicht ausreiche. Viele Höfe würden derzeit auf Reserven aus dem Vorjahr zurückgreifen; sollte kein nennenswerter Niederschlag folgen, droht die Nutzung von Wintervorräten.
„Es ist schon sehr deprimierend, was da steht und was wir zusammenkratzen“,
so Schwörer. Solche Aussagen stehen stellvertretend für zahlreiche bäuerliche Betriebe, die ihre Reserven einteilen und intensiv Wetterprognosen verfolgen.
Regionale Unterschiede und betroffene Kulturen
Der Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands, Bernhard Bolkart, betont, dass die Trockenheit in Südbaden kein einheitliches Bild zeige: Während im Hegau zuletzt etwas Regen fiel, bleibe die Baar nahezu ausgetrocknet. Besonders betroffen sind:
- Grünland: starke Braunfärbung, weniger Schnittmasse
- Mais: kleingewachsene Pflanzen, häufig fehlende oder verkümmerte Kolben
- Sonderkulturen: teils starke regionale Schäden
Auf tieferen oder besser wasserspeichernden Böden sei die Situation teilweise weniger dramatisch, doch insgesamt habe die anhaltende Hitze bereits spürbare wirtschaftliche und psychische Belastungen für Betriebe zur Folge.
Folgen und praktische Hinweise für Landwirte
Für Betriebsleiter ergeben sich unmittelbar mehrere Handlungsfelder: Vorräte prüfen und rationieren, mögliche Futtermittelzukäufe planen, Alternativfutter in Betracht ziehen sowie kurzfristige Maßnahmen zur Bestandserhaltung (z. B. angepasste Mahdhäufigkeit) abwägen. Bei Milchbetrieben kann ein Futtermangel die Milchleistung und damit die Einnahmen deutlich reduzieren.
| Betroffene Kultur | Hauptproblem |
|---|---|
| Grünland | Geringe Schnittmengen durch Austrocknung |
| Mais | Verkümmerte Pflanzen und fehlende Kolben |
| Sonderkulturen | Regionale Ausfälle abhängig von Boden und Mikroklima |
Für landwirtschaftliche Betriebe in angrenzenden Regionen wie dem Bezirk Baden bedeutet die Lage: erhöhte Wachsamkeit bei Futterbeständen, frühzeitige Information über mögliche Unterstützungsmaßnahmen und Austausch mit regionalen Beratungsstellen. Staatliche Angebote zur Risikobewältigung (z. B. Schadensmeldungen, Beratungsdienste) sollten zeitnah geprüft werden.
Kurzfristig bleibt die Situation stark abhängig von kommenden Niederschlägen. Langfristig werfen solche Extremwetterphasen Fragen zur Anpassung landwirtschaftlicher Nutzung und zur resilienten Futtermittelversorgung auf.