Transatlantische Reise als Forum für indigene und junge Stimmen
Am 20. Februar bricht eine Gruppe von 25 jungen Klimaaktivistinnen und -aktivisten in Cartagena de Indias, Kolumbien, zu einer mehrmonatigen Segelreise auf. Das ambitionierte Vorhaben zielt auf die Teilnahme an der COP26 in Bonn. Die Initiatorinnen und Initiatoren treten unter dem Namen "Sail For Climate Action" auf und wollen auf dem Seeweg Sichtbarkeit für indigene Gemeinschaften sowie junge Menschen aus Lateinamerika, der Karibik und Europa schaffen.
Bildungsplattform auf hoher See
Die Überfahrt ist mehr als reiner Transport: Die Organisatorinnen beschreiben das Schiff als Lernraum. An Bord des Dreimast-Schoners Regina Maris sollen die Teilnehmenden an Schulungen zur Klimapolitik teilnehmen und praktische Aufgaben übernehmen – von Navigation über Kochen bis zur Reinigung. Damit kombiniert die Reise praktische Seefahrerfähigkeiten mit politischer Bildung und Gemeinschaftsarbeit.
Route, Etappen und Zeitplan
Die geplante Reiseroute sieht mehrere Zwischenstopps vor. Nach dem Auslaufen aus Cartagena sind Stopps in Jamaika, Bermuda, auf den Azoren und in Frankreich vorgesehen, bevor die Gruppe am 16. April in Amsterdam eintrifft. In Europa ist ein weiterführendes Bildungsprogramm im Mai geplant; im Juni wollen die jungen Aktivistinnen und Aktivisten als Beobachter bei der Zwischensitzung des SB52 in Bonn anwesend sein.
- Abfahrt: 20. Februar, Cartagena de Indias
- Zwischenstopps: Jamaika, Bermuda, Azoren, Frankreich
- Ankunft in Europa: 16. April, Amsterdam
- Weitere Aktivitäten: Bildungsprogramm im Mai; Beobachterstatus bei SB52 im Juni
Organisation und Auswahlverfahren
Die Zusammensetzung der Gruppe basiert auf einem Auswahlprozess: Zehn Organisatorinnen und Organisatoren wählten die 25 Seglerinnen und Segler aus. Die Teilnahme reicht über regionale Zugehörigkeiten hinweg – von indigenen Gemeinschaften in Lateinamerika bis zu jungen Menschen aus Europa – und ist ausdrücklich auf Repräsentation und Inklusion ausgerichtet.
Symbolik und Praxis politischer Beteiligung
Die Aktion vereint symbolische und pragmatische Elemente. Symbolisch steht der Seeweg für eine klimafreundliche Anreise und für grenzüberschreitende Solidarität. Praktisch wird die Reise als Plattform zur Vermittlung von Wissen und zur Vorbereitung auf internationale Verhandlungsformate genutzt. Die Regina Maris wurde bereits in früheren Projekten wie "Sail to the COP" eingesetzt und bringt damit Erfahrung in der Verbindung von Segeln und Klimabildung mit.
| Datum / Phase | Ort / Aktivität |
|---|---|
| 20. Februar | Abfahrt: Cartagena de Indias |
| Februar–April | Zwischenstopps: Jamaika, Bermuda, Azoren, Frankreich |
| 16. April | Ankunft: Amsterdam |
| Mai | Bildungsprogramm in Europa |
| Juni | Beobachterteilnahme: SB52 in Bonn |
Erwartungen und politische Zielsetzung
Als Beobachterinnen und Beobachter beim SB52 in Bonn wollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die internationale Klimapolitik erreichen und Druck für stärkere Verpflichtungen erzeugen. Die Initiative verfolgt das Ziel, Stimmen zu bündeln, die in Verhandlungen oft marginalisiert werden – besonders indigene Perspektiven und jene der jungen Generation.
Die Aktion zeigt, wie zivilgesellschaftliche Gruppen neue Wege der Mobilisierung wählen: Sie verbindet Weiterbildung, Gemeinschaftserfahrung und direkten Zugang zu internationalen Verhandlungsformaten. Ob dies zu spürbaren politischen Wirkungen führt, hängt auch davon ab, wie die gewonnenen Eindrücke und Forderungen anschließend in Verhandlungsräume und die öffentliche Debatte eingespeist werden.