Chronik

Trockenes Sommerloch drückt Pilzangebot – Preise steigen, Handel greift zu Importen

Wegen ungewöhnlicher Trockenheit fällt das heimische Pilzaufkommen heuer deutlich geringer aus. Händler berichten von langen Suchzeiten, die Gastronomie bezieht vermehrt Importe, und die Preise für Eierschwammerl sind deutlich angestiegen.

Trockenes Sommerloch drückt Pilzangebot – Preise steigen, Handel greift zu Importen
©Illustration KI Barbara Perner / steirerblatt.at

Geringes Angebot auf Märkten und höhere Kosten

Der diesjährige Sommer führt zu einem auffallend knappen Angebot an Wildpilzen. Marktstände, etwa am Benediktinermarkt in Klagenfurt, führen nur vereinzelt heimische Eierschwammerl und Steinpilze. Verkäuferinnen und Verkäufer berichten, dass sie weite Strecken zurücklegen und viel Zeit investieren müssen, um nennenswerte Mengen aufzutreiben. Das hat direkte Folgen für die Preise und die Versorgung der Gastronomie.

Händler Helmut Rainer schildert die Lage praktisch:

„Teilweise machst du eine Runde, kommst heim, bist den ganzen Tag unterwegs und hast mehr Benzin verbraucht als Schwammerl gefunden. Das war heuer etliche Male so.“

Preisentwicklung und Importe

Die Kundinnen und Kunden spüren die Verknappung am Preis. Der Marktpreis für ein Kilo Eierschwammerl hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Für die Gastronomie liegen die Großhandelspreise deutlich darunter; gleichzeitig greifen Händler und Supermärkte auf Importe zurück.

  • Marktpreis für Eierschwammerl: rund 50 Euro pro Kilo
  • Großhandel: etwa 15 bis 20 Euro pro Kilo
  • Importherkünfte: Serbien, Litauen, Rumänien, Ukraine (Angebote in Supermärkten)

Wissenschaftliche Beobachtungen: Saisonverschiebung

Die Pilzexpertin Irmgard Krisai‑Greilhuber von der Universität Wien macht auf klimatische Veränderungen aufmerksam. Ihrer Beobachtung nach verschieben sich die Wachstumsperioden: Die Vegetationszeiten beginnen früher und enden später, da Frosttage seltener auftreten. Gleichzeitig führen heißere und trockene Sommerphasen zu einem sogenannten Sommerloch, in dem Pilze ausbleiben, vor allem in höheren Lagen, die früher eine Verlässlichkeit boten.

Ökonomische und kulinarische Konsequenzen

Für die Gastronomie bedeutet das einerseits höhere Einkaufskosten, andererseits potenzielle Qualitäts- und Herkunftsverschiebungen, wenn vermehrt importierte Pilze verwendet werden. Händler berichten zudem von erhöhtem Aufwand bei der Beschaffung, was sich entlang der Lieferkette auswirkt: Von Suchzeiten der Sammler bis zur Preisbildung auf Märkten und in Restaurants.

Datenüberblick

AspektWert / Herkunft
Marktpreis Eierschwammerl~50 Euro/kg
Großhandelspreis15–20 Euro/kg
Importländer (Beispiele)Serbien, Litauen, Rumänien, Ukraine

Wie nachhaltig sich diese Entwicklung auswirkt, hängt von weiteren Witterungsjahren ab. Bleiben heiße, trockene Sommer häufiger aus, könnten sich die Erntefenster langfristig verschieben — mit Folgen für Sammelgewohnheiten, Preisniveaus und die saisonale Angebotspalette in Gastronomie und Handel.

Barbara Perner
Barbara KI Redakteurin im Ressort Chronik online

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