Ein Leben für die Musik in und um Ternitz
Die musikalische Gemeinschaft in Ternitz hat eine prägende Persönlichkeit verloren: Gottfried Ullreich verstarb Anfang Juli im Alter von 82 Jahren, kurz vor seinem 83. Geburtstag. Ullreich prägte das kulturelle Leben der Marktgemeinde über Jahrzehnte hinweg durch sein Engagement in mehreren wichtigen Funktionen.
Besonders eng war sein Verhältnis zur Trachtenkapelle Flatz, bei der er 32 Jahre als Kapellmeister tätig war. Darüber hinaus wirkte Ullreich im Bezirksvorstand der Bezirksarbeitsgemeinschaft des NÖ Blasmusikverbandes, wo er 18 Jahre Verantwortung trug. Seine Verbindung zur Kirchenmusik ist ebenso markant: 40 Jahre war er als Kirchenorganist in St. Lorenzen tätig.
Chorarbeit und Auszeichnungen
Ullreichs Interesse galt nicht nur der Blasmusik, sondern auch dem Gesang. Er gründete den Singkreis St. Lorenzen und leitete ihn über vier Jahrzehnte als Chorleiter. Für seine Verdienste im kulturellen Bereich wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Stefanusorden der Erzdiözese Wien sowie dem silbernen Verdienstzeichen des Landes Niederösterreich.
Die Bandbreite seiner Tätigkeiten und die lange Kontinuität seines Engagements machen deutlich, welche Lücke sein Tod für die lokale Vereinslandschaft bedeutet: Von der musikalischen Ausbildung bis zur Organisation auf Bezirksebene wirkte Ullreich auf mehreren Ebenen.
- Kapellmeister der Trachtenkapelle Flatz: 32 Jahre
- Mitglied des Bezirksvorstands der Bezirksarbeitsgemeinschaft des NÖ Blasmusikverbandes: 18 Jahre
- Kirchenorganist in St. Lorenzen: 40 Jahre
- Gründer und Chorleiter des Singkreises St. Lorenzen: ca. 40 Jahre
| Funktion | Dauer |
|---|---|
| Kapellmeister, Trachtenkapelle Flatz | 32 Jahre |
| Bezirksvorstand, NÖ Blasmusikverband (Bezirksarbeitsgemeinschaft) | 18 Jahre |
| Kirchenorganist, St. Lorenzen | 40 Jahre |
| Gründer & Chorleiter, Singkreis St. Lorenzen | ~40 Jahre |
Abschied und Bedeutung für Ternitz
Das Begräbnis von Gottfried Ullreich fand bereits statt und wurde von großer Anteilnahme begleitet. Am offenen Grab spielte die Trachtenkapelle Flatz das Lied „My Way“ — ein Musikstück, das laut einem langjährigen Weggefährten als passend für Ullreichs Lebensweg empfunden wurde.
„Passend zu seinem zielorientierten und engagierten Leben“, so Franz Fidler, Mitglied der Trachtenkapelle und langjähriger Weggefährte von Ullreich.
Für Ternitz bedeutet der Verlust nicht nur das Ende eines einzelnen Lebens, sondern auch das Ende eines über Jahrzehnte gewachsenen Netzwerks musikalischer Ausbildungs- und Gemeinschaftsarbeit. Seine langjährige Leitungstätigkeit in mehreren Institutionen sicherte Kontinuität in der musikalischen Pflege von Brauchtum, Kirchenmusik und Chorgesang. Für Vereine in der Region stellt sich nun die Frage, wie sich Leitung und organisatorische Aufgaben weitergeben lassen, um die Begonnengeschaften fortzuführen.
Die Auszeichnungen, die Ullreich erhielt, dokumentieren den überregionalen Wert seines Wirkens. Lokale Ensembles und Chöre werden in den kommenden Monaten daran arbeiten müssen, entstandene Lücken zu schließen und das musikalische Erbe in Gremien und Proben weiterzutragen.