Anklage wegen großangelegtem Drogenschmuggel
In Klagenfurt läuft derzeit ein umfangreiches Strafverfahren gegen sechs Angeklagte, die laut Anklage einen Drogenring in Villach und Umgebung betrieben haben sollen. Alle Beschuldigten sind rumänische Staatsbürger. Im Zentrum der Vorwürfe stehen zwei Halbbrüder im Alter von 38 und 47 Jahren, denen die Staatsanwaltschaft vorwirft, mehrere Kilogramm Kokain über Routen durch Albanien und Italien nach Kärnten gebracht zu haben.
Vorwurf: Ein- und Weiterverteilung aus Villach
Die Anklage legt dar, dass die beiden Beschuldigten von 2021 bis Sommer 2023 Wohnungen in Villach angemietet hätten. Von dort soll das Rauschgift an vier weitere Beschuldigte weitergegeben worden sein. Drei Männer und eine Frau stehen im Verdacht, den Handel zu organisieren, Lieferungen auszufahren und Kunden zu akquirieren. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sei das Kokain gezielt auch in Bordellen angeboten worden.
- Hauptbeschuldigte: zwei Halbbrüder (38 und 47 Jahre)
- Weitere Angeklagte: drei Männer und eine Frau
- Zeitraum der Ermittlungen: ab 2021 bis Sommer 2023
Schlüsselbeweis und Verhandlung
Ein zentrales Beweismittel ist eine Übergabe an verdeckte Ermittler vor rund drei Jahren. Dem Verfahren zufolge wurde damals ein Paket mit einem halben Kilogramm Kokain übergeben. Der mutmaßliche Schwarzmarktwert dieser Menge wurde im Gerichtssaal mit rund 35.000 Euro beziffert. Am ersten Verhandlungstag wurden fünf der Angeklagten befragt; ein weiterer sitzt in den Niederlanden in Haft und war verhindert.
„Ich habe nicht gewusst, was in dem Paket gewesen ist“,
legte eine 33-jährige Beschuldigte vor Gericht dar; sie war zur Tatzeit nach Darstellung der Anklage als Prostituierte in Kärnten tätig. Die fünf anwesenden Beschuldigten bestritten die Vorwürfe und gaben an, allenfalls kleinere Mengen für den eigenen Bedarf erworben zu haben. Einer der Hauptangeklagten gab an, es habe sich um eine einmalige Beschaffung in dieser Größenordnung gehandelt.
Ausblick: Langwieriger Prozess erwartet
Richter Oliver Kriz geht von einem umfangreichen, langwierigen Verfahren aus: Zahlreiche Zeugen sind geladen, und die Vernehmung der verdeckten Ermittler ist erst für November vorgesehen. Ein rechtskräftiges Urteil wird deshalb nicht vor dem nächsten Jahr erwartet. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung für alle Beschuldigten.
| Aspekt | Angaben |
|---|---|
| Anzahl Angeklagte | 6 |
| Alter der Hauptangeklagten | 38 und 47 Jahre |
| Beschlagnahmte Menge (ein Vorfall) | 0,5 kg Kokain (geschätzter Wert: 35.000 €) |
| Ermittlungszeitraum | 2021 bis Sommer 2023 |
Die Bedeutung des Verfahrens reicht über die regionale Ebene hinaus: Es thematisiert die grenzüberschreitende Einfuhr harter Drogen sowie die Verteilstrukturen in Österreich. Die kommende Verhandlungsetappe und insbesondere die Aussagen der verdeckten Ermittler werden entscheidend dafür sein, ob die Darstellung der Staatsanwaltschaft bestätigt wird. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung bleibt die Unschuldsvermutung zentrale rechtliche Grundlage.