Regionalzeitschrift bringt neue Beiträge mit direktem Bezug zu Zwettl
Das aktuelle Heft 2/2026 der Zeitschrift „Das Waldviertel“ versammelt mehrere Arbeiten, die für den Bezirk Zwettl von unmittelbarem Interesse sind. Die Ausgabe enthält sowohl lokalhistorische Forschungen als auch Betrachtungen zu regionalen Bauwerken und zu Personen, deren Biografien Rückschlüsse auf die Geschichte des Waldviertels erlauben.
Wichtige Themen und Autorinnen und Autoren
Unter den Beiträgen sticht ein zweiteiliger Text über den Nationalsozialisten Adolf Neugschwandtner hervor, in dem Martin Prinz den weiteren Lebensweg der Person nachzeichnet. Der Artikel dokumentiert, dass Neugschwandtner 1944 als SA-Brigadeführer zu einem ehrenamtlichen Mitglied des Volksgerichtshofs wurde und nach Kriegsende unter neuem Namen (als Adolf Neumann) nach Deutschland ging. Die Recherche weist auf die Schwierigkeiten hin, die Folgen des Nationalsozialismus in Einzelschicksalen zu klären und zeigt, wie sich Karrieren und Identitäten nach 1945 veränderten.
Weitere Beiträge behandeln regionale Bau- und Kulturdenkmäler: Rudolf Siegfried Zappe widmet sich dem sogenannten Rundtempel von Bad Großpertholz, einem historischen Bauwerk, das in Karten und Literatur meist als „Musentempel“ oder Pavillon geführt wird und rund 730 Meter nordöstlich des Schlosses liegt. Daneben analysiert Andreas Gamerith die barocken Bezüge zwischen den Klöstern Plasy und Zwettl, wobei er auf ein in der Zwettler Plansammlung erhaltenes Entwurfsprojekt von Giovanni Biagio Santini verweist. Johann Ennser steuert einen Beitrag über Propst Johann Schrimpf bei.
- Autor: Martin Prinz — Thema: Adolf Neugschwandtner / Adolf Neumann
- Autor: Rudolf Siegfried Zappe — Thema: Rundtempel von Bad Großpertholz
- Autor: Andreas Gamerith — Thema: Beziehungen Stift Plasy und Stift Zwettl
- Autor: Johann Ennser — Thema: Propst Johann Schrimpf
Welche Bedeutung hat das für Zwettl?
Für Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks ist die Ausgabe deshalb relevant, weil sie Quellen und Erkenntnisse zusammenführt, die lokalgeschichtlich bedeutsam sind: Die Erwähnung des Santini-Entwurfs in der Zwettler Plansammlung macht die transregionalen Kontakte des Stifts sichtbar und liefert Ansatzpunkte für weitere Forschungen zu Baugeschichte und Kulturaustausch. Zugleich erinnert die Darstellung von Einzelschicksalen jener Zeit an die Herausforderungen, die Aufarbeitung und Erinnerungskultur auch auf lokaler Ebene stellen.
| Beitrag | Autor |
|---|---|
| Adolf Neugschwandtner / Adolf Neumann | Martin Prinz |
| Rundtempel von Bad Großpertholz | Rudolf Siegfried Zappe |
| Beziehungen Stift Plasy – Stift Zwettl | Andreas Gamerith |
| Propst Johann Schrimpf | Johann Ennser |
Die neue Ausgabe bietet somit nicht nur reine Beschreibungen, sondern Material, das für lokale Gedenkarbeit, für schulische Projekte oder für kulturhistorische Initiativen im Bezirk Zwettl nutzbar ist. Wer sich vertiefend informieren möchte, findet in der Zeitschrift Referenzen und Ansatzpunkte für weiterführende Recherchen.
Die Ausgabe ist damit ein tagesaktuelles Beispiel dafür, wie regionale Publikationen lokale Archive und Quellen nutzbar machen und die Geschichte des Waldviertels in Beziehung zur Gegenwart setzen.