Am Kufstein in der Gemeinde Haus im Ennstal ist am 14. Juli ein neun Monate alter Ochse in eine Doline zwischen großen Felsen gestürzt und musste in einer aufwendigen Rettungsaktion geborgen werden. Das Tier befand sich auf rund 2.000 Metern Seehöhe und konnte sich aus eigener Kraft nicht befreien.
Einsatzablauf und Beteiligte
Die Landeswarnzentrale der Steiermark informierte die amtliche Veterinärbehörde; Amtstierärztin Simone Hambauer übernahm die Koordination vor Ort. Während die restliche Herde vom Landwirt in das Weidegebiet zurückgetrieben werden konnte, blieb der junge Ochse verletzt und geschwächt in der Doline zurück.
- Zugänglichkeit: Der Einsatzort war nur über einen rund 45-minütigen Fußmarsch durch steiles alpines Gelände erreichbar.
- Erstversorgung: Der betreuende Tierarzt verabreichte Infusionen und leistete medizinische Notfallversorgung.
- Versorgung durch Landwirt: Mehr als 20 Liter Trinkwasser sowie Kraft- und Zusatzfutter wurden zum Tier getragen; insgesamt über 30 Kilogramm Material.
- Rettungstechnik: Die Bergrettung stieg mit Spezialausrüstung und einer Bergungswinde auf und bereitete die Bergung vor.
- Hubschrauberhilfe: Auf Anordnung der Veterinärdirektion wurde eine Hubschrauberbergung durch das spezialisierte Unternehmen Heli Austria veranlasst.
Durchführung der Luftbergung
Fünf Einsatzkräfte der Bergrettung Haus begaben sich zum Einsatzort, sicherten das Gelände und unterstützten beim Auflegen eines Bergungsnetzes. Der Ochse wurde vorsichtig in das Netz gelegt und anschließend per Hubschrauber ins Tal geflogen, wo er zur weiteren tierärztlichen Behandlung übergeben wurde. Die Amtstierärztin begleitete das Bergungsteam.
| Betroffene | Rolle |
|---|---|
| Amtstierärztin Simone Hambauer | Koordination, Begleitung |
| Betreuender Tierarzt | Erstversorgung (Infusionen, Notfallbehandlung) |
| Landwirt | Versorgung der Herde, Transport von Wasser und Futter |
| Bergrettung Haus | Sicherung, Bergungsvorbereitung (5 Einsatzkräfte) |
| Heli Austria | Lufttransport/Bergung |
Bedeutung für Almwirtschaft und Bergsicherheit
Der Einsatz zeigt die logistischer Herausforderungen bei Tierbergungen in hochalpinem Gelände: Lange Zustiegszeiten, begrenzte Zugänglichkeit und die Notwendigkeit koordinierter Zusammenarbeit von Tierärzten, Bergrettern, Landwirt und Luftrettung. Für Almbetriebe im Bezirk ist dies ein Hinweis auf die Bedeutung präventiver Maßnahmen – etwa das Absichern gefährdeter Weidebereiche und klare Alarmketten für den Notfall.
Für Wandernde und Bergsteiger ist zu beachten, dass Almvieh bei Alarm und Sondersituationen auf Unterstützung angewiesen ist und Einsätze wie dieser nur mit erheblichem personellen und technischem Aufwand durchführbar sind. Die erfolgreiche Bergung und rasche Weiterbehandlung des Tieres unterstreicht die Relevanz abgestimmter Notfallpläne zwischen Veterinärbehörden und Bergrettungsorganisationen.
Konkrete gesundheitliche Informationen zum Zustand des Ochsen nach der Bergung wurden in der Berichterstattung nicht detailliert mitgeteilt; die Durchführung der Luftbergung erfolgte jedoch ausdrücklich aus Gründen des Tierschutzes und zur weiteren tierärztlichen Behandlung.