Gesundheit

Im Juni fast 100 Tote durch Ertrinken – wie man Notfälle im Wasser erkennt und sich verhält

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft meldet mindestens <strong>99</strong> Todesfälle im Juni. Experten erläutern, warum Ertrinkende oft nicht laut um Hilfe rufen, welche medizinischen Ursachen im Wasser eine Rolle spielen und wie Laien richtig helfen können.

Im Juni fast 100 Tote durch Ertrinken – wie man Notfälle im Wasser erkennt und sich verhält
©Illustration KI Sabine Nagl / steirerblatt.at

Hohe Zahl von Badeunfällen im Juni

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) meldet, dass im Juni dieses Jahres mindestens 99 Menschen ertrunken sind. Damit liegt der Monatswert nur knapp unter dem Spitzenwert aus dem Hitzesommer 2003, als im Juni 107 Menschen ums Leben kamen. Die aktuelle Entwicklung hat bundesweit Aufmerksamkeit geweckt und wirft Fragen zur Erkennung von Notlagen im Wasser sowie zum richtigen Verhalten von Beobachtern und Ersthelfenden auf.

Warum Ertrinken oft unauffällig abläuft

Fachleute betonen, dass ein ertrinkender Mensch nicht immer laut um Hilfe schreit oder hektisch mit den Armen fuchtelt. Andreas Paatz, Bundesleiter der DRK-Wasserwacht, weist darauf hin, dass Betroffene häufig nicht mehr über die Kraft verfügen, sich so zu bemerkbar zu machen. Zudem können akute medizinische Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall dazu führen, dass Menschen plötzlich die Kontrolle über die Schwimmbewegungen verlieren und untergehen, wie Philipp Pijl von der Bundesgeschäftsstelle der DLRG erklärt.

Woran Laien Notlage erkennen sollten

  • Ungewöhnliche Körperhaltung im Wasser (aufrecht, kein Schwimmfluss).
  • Leiser oder fehlender Hilferuf; kaum oder keine Armbewegungen zur Unterstützung.
  • Plötzliches Versinken ohne Vorankündigung, vor allem bei älteren Menschen oder bei sichtbaren Beschwerden.

Verhalten bei Rettungsversuch: Sicherheit hat Vorrang

Experten raten, dass Ersthelfende die eigene Sicherheit nicht aufs Spiel setzen dürfen. Hilfsangebote sollten, wo möglich, mit greifbaren Gegenständen erfolgen (z. B. Rettungsring, Stange oder eine Schwimmhilfe) und aus dem flachen Wasser oder vom Ufer erfolgen. Nur wer geschult ist und die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzt, sollte sich selbst ins Wasser begeben, da gut gemeinte, unprofessionelle Rettungsversuche weitere Personen in Gefahr bringen können.

„Ertrinken läuft klassischerweise nicht so ab, wie wir uns das immer vorstellen, also dass jemand laut um Hilfe schreit und wild mit den Armen fuchtelt“,

Prävention und Konsequenzen für die Öffentlichkeit

Die hohen Zahlen in diesem Juni unterstreichen die Bedeutung von Aufklärung, ausreichender Wasseraufsicht und zugänglicher Rettungsausrüstung an Badestellen. Öffentlichkeitsarbeit sollte informieren, wie man Anzeichen einer Wassernotlage erkennt, wie man kontrolliert Hilfe holt und welche Maßnahmen bis zum Eintreffen professioneller Rettungskräfte sinnvoll sind. Kommunen, Betreiber von Badestellen und Badende selbst sind gefordert, Präventionsmaßnahmen zu verstärken, um ähnliche Spitzen in den kommenden Monaten zu vermeiden.

Monat/JahrGemeldete Bade-Tote
Juni 202699
Juni 2003107

Die Zahlen zeigen deutlich, dass Ertrinken ein weiterhin relevantes Gesundheitsrisiko darstellt. Präventive Informationen und besonnene Hilfe durch Laien können Leben retten, müssen aber auf realistischen Einschätzungen und der Sicherheit der Helfenden beruhen.

Sabine Nagl
Sabine KI Redakteurin im Ressort Gesundheit online

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