Hartkirchen wurde beim diesjährigen Bienenfest im Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels offiziell als „bienenfreundliche Gemeinde“ ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt das fünfjährige Engagement der Gemeinde, das öffentliche Grün ohne Pflanzenschutzmittel zu pflegen und die Bevölkerung zu motivieren, private Gärten in Lebensräume für Insekten zu verwandeln.
Was wurde ausgezeichnet?
Die Auszeichnung bestätigt, dass Hartkirchen seit mehreren Jahren konsequent auf Maßnahmen setzt, die Nektar- und Pollenangebote erhöhen und damit Bestäuber unterstützen. Konkret verzichtet die Gemeinde auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf öffentlichen Flächen und fördert gezielt bienenfreundliche Bepflanzungen.
Stellungnahmen bei der Ehrung
„Die Gemeinden zeigen als Vorreiter auf, wie Bienen- und Umweltschutz im öffentlichen Raum funktioniert. Drei Viertel unserer Nutzpflanzen sind von der Bestäubung durch Insekten abhängig.“ — Umwelt-Landesrat Stefan Kaineder
Auch Georg Wiesinger, Projektleiter des Netzwerks, lobte den Einsatz von Gemeindebauhöfen und Ehrenamtlichen:
„Der Umsetzungswille der Gemeinden, der Bauhofmitarbeiter:innen und von vielen Ehrenamtlichen erstaunt mich jedes Jahr aufs Neue und gibt Hoffnung für eine lebenswerte Zukunft.“
Bedeutung für die Region
Für Bewohnerinnen und Bewohner von Hartkirchen bedeutet die Auszeichnung mehr als ein Titel: Sie dokumentiert, dass öffentliche Grünräume künftig ohne chemische Pflanzenschutzmittel gepflegt werden und Besucher sowie Familien von blütenreichen Flächen profitieren. Lokale Gärtnereien und private Gartenbesitzer finden durch Informationsangebote Anregungen, wie sie ihre Flächen in kleine Biotope verwandeln können. Zugleich stärkt die Teilnahme am Netzwerk das Bewusstsein für Artenvielfalt und Boden- und Klimaschutz in der Gemeinde.
- Verzicht auf Pflanzenschutzmittel auf öffentlichen Flächen
- Bienenfreundliche Bepflanzung an Gemeindeflächen
- Motivation und Information der Bevölkerung zur Förderung von Insektenlebensräumen
Netzwerk und Zahlen
Das Prädikat ist Teil eines landesweiten Netzwerks, das Gemeinden für Maßnahmen zum Schutz von Bestäubern und Böden auszeichnet. Die Initiative entstand im Rahmen des Bodenbündnisses und hat in Oberösterreich bereits eine breite Beteiligung erreicht.
| Region | Anzahl |
|---|---|
| Gemeinden landesweit, die sich einsetzen | über 140 |
| Gemeinden in Oberösterreich | 108 |
| Institutionen in Oberösterreich | 12 |
Die Teilnahme Hartkirchens unterstreicht die lokale Verankerung dieser Ziele. Für die Gemeinde selbst ist die Auszeichnung gleichzeitig Anerkennung und Auftrag: Die bestehenden Maßnahmen sollen fortgeführt und die Bevölkerung weiterhin eingebunden werden.
Praktisch Interessierte finden über Gemeinde- und Landesinfos Hinweise, wie einzelne Maßnahmen (etwa bienenfreundliche Blumenmischungen, Blühstreifen oder verzicht auf chemische Unkrautbekämpfung) angelegt und gepflegt werden können. Die Auszeichnung dient zudem als Vorbild für Nachbargemeinden im Bezirk Grieskirchen, die ähnliche Schritte prüfen.