EU-Förderung für grenzüberschreitenden Moorschutz
Ein kürzlich bewilligtes Interreg-Vorhaben bringt erstmals in der laufenden Förderperiode 2021–2027 eine groß angelegte, grenzüberschreitende Initiative unter Leaderpartnerschaft aus dem Bezirk Braunau auf den Weg. Das Projekt mit dem Titel „Moore verbinden“ verknüpft das Braunauer Ibmer Moor, das Bürmooser Moor, das Weidmoos in Salzburg und das Haarmoos in Bayern zu einer gemeinsamen Schutzstrategie.
Gegenstand des zweijährigen Vorhabens sind Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume, die Optimierung des Wasserhaushalts, ein abgestimmtes Monitoring und Aktivitäten zur Sensibilisierung der Bevölkerung. Das Projektvolumen beträgt rund 255.000 Euro, davon fließen etwa 191.000 Euro aus EU-Mitteln des Programms Interreg Bayern–Österreich.
Bündelung von Wissen und Koordination über Grenzen hinweg
Bisher wurden die Moorflächen auf beiden Seiten der Grenze meist separat betrachtet. Das Projekt zielt darauf ab, vorhandene Erfahrungen zusammenzuführen, Maßnahmen zu koordinieren und einen gemeinsamen Aktionsplan zu erarbeiten. Die Initiatorin, KEM-Managerin und Projektleiterin Angelika Wimmer, hebt die Vernetzung innerhalb der Region hervor:
„Die Moorlandschaften unserer Region sind eng miteinander verbunden. Deshalb ist es wichtig, ihren Schutz auch über Grenzen hinweg gemeinsam zu denken.“
Die Verwaltungsbehörde des Interreg-Programms betonte den integrativen Ansatz und die breite Partnerbeteiligung. Markus Gneiß, Leiter der Verwaltungsbehörde Interreg Bayern–Österreich, sieht darin einen positiven Impuls für Zusammenarbeit in den Bereichen Biodiversität und Klimaschutz.
Konkrete Schwerpunkte und Bedeutung für die Region
Moore erfüllen mehrere zentrale Funktionen im regionalen Ökosystem: Sie speichern große Mengen CO₂, regulieren den Wasserhaushalt und bieten Lebensraum für seltene Arten. Daraus ergeben sich folgende lokale Wirkungen:
- Verbesserte Habitate können bedrohten Pflanzen- und Tierarten im Bezirk mehr Sicherheit geben.
- Ein stabilisierter Wasserhaushalt reduziert lokale Hochwasser- und Trockenrisiken.
- Klima- und Artenschutzmaßnahmen tragen zur regionalen Resilienz bei und können Förder- und Entwicklungsmöglichkeiten für Gemeinden eröffnen.
Für Gemeinden und Grundbesitzer bedeutet das Projekt nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch praktische Aufgaben: Mitwirkung bei Monitoring-Aktionen, Anpassungen in der Landnutzung und Teilnahme an Bildungsangeboten sind zu erwarten. Informationen zu Fördermöglichkeiten und konkreten Schritten werden voraussichtlich über das Regionalmanagement Oberösterreich und die Leader-Organisation kommuniziert.
Partner, Laufzeit und Finanzierung im Überblick
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Laufzeit | 2 Jahre |
| Gesamtvolumen | rund 255.000 Euro |
| EU-Förderung | rund 191.000 Euro (Interreg Bayern–Österreich) |
| Beteiligte Moorflächen | Braunauer Ibmer Moor, Bürmooser Moor, Weidmoos (Salzburg), Haarmoos (Bayern) |
Das Projekt ist das erste seiner Art aus dem Bezirk Braunau, das unter einer Leaderpartnerschaft grenzüberschreitend gefördert wird. Für die Bevölkerung vor Ort bedeutet das langfristige Verbesserungen im Naturschutz sowie eine verstärkte Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden und Regionen.
Weitere Details zu konkreten Maßnahmen, Terminen für Beteiligungsmöglichkeiten und Ansprechpartner werden in den kommenden Wochen über die beteiligten Regionalstellen veröffentlicht. Betroffene Gemeinden und Akteure sollten die Informationskanäle des Regionalmanagements und der Leader-Organisation im Auge behalten, um aktiv in den Prozess eingebunden zu werden.