Die Wetterlage in Deutschland stellt sich in der zweiten Julihälfte grundlegend um: Ein sich nach Osten verlagerndes Tiefdruckgebiet, das zuletzt den Osten und Norden beeinflusste, zieht nach Osteuropa ab, während sich ein Hochdruckgebiet über dem Atlantik bis nach Mitteleuropa ausweitet. Nach aktuellen Berechnungen ist damit mit einer ausgeprägten und langlebigen Phase trockener Wärme zu rechnen.
Ursache und Prognose
Wesentlicher Treiber ist das sich ausdehnende Azorenhoch, das die Strömung stabilisiert und warme Luftmassen nach Deutschland lenkt. Mehrere große Wettermodelle deuten auf die Ausbildung einer Omega-Lage hin; diese konfigurative Witterungssituation kann Druckgebilde so lagern, dass sie über Tage hinweg weitgehend stationär bleibt. Nach derzeitigem Stand bleibt das Hoch mindestens bis zum 18. Juli wetterbestimmend.
"Nach dem Durchzug des Sturmtiefs über Südskandinavien in Richtung Baltikum endet die derzeitige kühle und wechselhafte Wetterphase. Anschließend setzt sich ein Hochdruckgebiet durch, das die Temperaturen wieder deutlich ansteigen lässt." — Özden Terli, ZDF-Meteorologe
Erwartete Temperaturen und regionale Unterschiede
Die folgende Übersicht fasst die prognostizierten Maximalwerte zusammen. Die Werte stammen aus den genannten Modellrechnungen und Beschreibungen der aktuellen Lage:
| Region | Erwartete Höchstwerte |
|---|---|
| Großteil Deutschlands | 25–30 °C |
| Westen und Südwesten | bis 34 °C (örtlich) |
| Modellspitzen | bis 37–39 °C in einzelnen Rechnungen |
Während im Osten noch einzelne, kurzlebige Gewitter nicht vollständig ausgeschlossen werden können, erwartet der Rest des Landes vornehmlich sonniges, trockenes Sommerwetter.
Unterschied zur Hitzewelle im Juni
Ein zentraler Unterschied zur hitzigen Episode im Juni ist die Luftfeuchte: Nach den aktuellen Berechnungen liegen die Taupunkte überwiegend in einem moderaten Bereich, sodass die Hitze voraussichtlich weniger drückend und insgesamt weniger schwül empfunden wird. Das reduziert zwar das unmittelbare Belastungsgefühl, ändert aber nichts daran, dass hohe Tagestemperaturen vor allem für gefährdete Personen relevant bleiben.
Praktische Hinweise
- Hydrationsregeln beachten: regelmäßig Wasser trinken, auch wenn die Luft nicht extrem schwül ist.
- Mittags- und Nachmittagszeiten mit hoher Sonneneinstrahlung meiden; Schatten und kühlende Räume aufsuchen.
- Auf gefährdete Gruppen achten: ältere Menschen, Kleinkinder und Personen mit Vorerkrankungen benötigen besondere Vorsicht.
- Bei extremer Hitze lokale Warnungen und Hinweise der Behörden beachten; Modellspitzen (bis 37–39 °C) können regional zu zusätzlichen Belastungen führen.
Die weitere Entwicklung hängt von der Beständigkeit der Omega-Lage ab. Sollte sich die großräumige Druckverteilung ändern, sind angepasste Modellprognosen zu erwarten; derzeit deuten die Berechnungen jedoch auf eine anhaltende Phase warmer, meist trockener Bedingungen bis mindestens Mitte der kommenden Woche hin.