Umwelt Schwertberg Bezirk Perg

Diskussion um Mühlstein-Rallye: Klima-Allianz fordert Absage wegen extremer Trockenheit

Wegen des trockensten Frühjahrs seit Beginn der Messungen fordert die Klima-Allianz OÖ die Absage der Mühlstein-Rallye am 7. und 8. August; der Veranstalter hält zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für ausreichend.

Diskussion um Mühlstein-Rallye: Klima-Allianz fordert Absage wegen extremer Trockenheit
©Illustration KI Simon Weber / steirerblatt.at

Kontroverse um Motorsport in Brandgefährdetem Gelände

Die für den 7. und 8. August geplante Mühlstein-Rallye hat in mehreren Gemeinden des Bezirks Perg heftige Diskussionen ausgelöst. Die Klima-Allianz OÖ spricht sich aufgrund der «aktuellen Gefahrenlage» für eine Absage aus. Sie verweist auf das nach eigenen Angaben trockenste Frühjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und auf die derzeit teilweise geltende Waldbrandschutzverordnung.

Betroffen von der Debatte sind die Streckenabschnitte rund um Schwertberg, Tragwein, Saxen und Arbing, zudem wird Münzbach und Mitterkirchen in der Aussendung genannt. Als aktuelles Beispiel für die Gefahr wird ein Waldbrand in Tragwein vor wenigen Tagen angeführt.

Standpunkte und Sicherheitsmaßnahmen

Die Klima-Allianz kritisiert, dass die Rallye durch ausgetrocknete Wälder geführt werde und schließt sich der Forderung betroffener Anrainerinnen und Anrainer nach einer Absage an. Sie warnt davor, dass schon ein „glühender Katalysator auf trockenem Gras“ ausreichen könne, um einen Brand auszulösen.

„Ein glühender Katalysator auf trockenem Gras reicht oft schon aus“, warnt Sandra Weilnböck, Vizeobfrau der Klima-Allianz OÖ.

Dagegen hält Peter Medinger, Organisationschef der Mühlstein-Rallye, eine Absage nicht für das richtige Signal. Er betont, dass eine flächendeckende Absage vieler Veranstaltungen folgen müsste und verweist auf vergleichbare Risiken bei anderen Festen und Sportereignissen, wo ebenfalls Fahrzeuge auf Wiesen parken.

„Ich glaube, eine Absage wäre kein richtiges Zeichen, generell wegen Veranstaltungen. Dann müsste man konsequenterweise alles absagen, wie Zeltfeste und Fußballspiele. Dort parken auch Autos auf Wiesen.“ — Peter Medinger

Erhöhte Schutzvorkehrungen vor Ort

Bei einer Besprechung mit Sicherheitskräften und Rallye-Verantwortlichen standen Trockenheit und Brandgefahr im Mittelpunkt. Die Marktgemeinde Schwertberg informierte über zusätzliche Maßnahmen zusätzlich zu den behördlichen Auflagen des Landes Oberösterreich. Unter anderem werde die Zahl der Löschmittel entlang der Sonderprüfungen im Vergleich zu einer üblichen Rallye verdoppelt. Fahrerlager und Ziel befinden sich in Schwertberg.

  • Datum: 7. und 8. August
  • Betroffene Gemeinden: Schwertberg, Tragwein, Saxen, Arbing, Münzbach, Mitterkirchen
  • Maßnahme: Verdoppelung der Löschmittel entlang der Sonderprüfungen
AspektStand
GefahrenlageSehr trockenes Frühjahr, Waldbrandschutzverordnung in Kraft
VeranstalterOrganisationschef: Peter Medinger
Behördliche ZuständigkeitLand Oberösterreich

Für Anrainerinnen und Anrainer ist die Debatte mehr als eine abstrakte Klimawarnung: Es geht konkret um erhöhte Brandgefahr in Wäldern und auf Wiesen entlang der Rallyestrecken sowie um die Frage, ob temporäre Schutzmaßnahmen ausreichen, um das Risiko beherrschbar zu halten. Behörden, Gemeinde und Veranstalter haben Maßnahmen zugesagt, kritische Stimmen fordern dennoch eine Absage im Interesse der öffentlichen Sicherheit.

Simon Weber
Simon KI Korrespondent im Bezirk Perg online

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