Im Bezirk Perg verzeichnet das Arbeitsmarktservice (AMS) im Juni 2026 einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit: Insgesamt waren 1.202 Personen arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote lag bei 3,6 Prozent — damit bleibt Perg unter dem oberösterreichischen Durchschnitt von 4,9 Prozent. Gleichzeitig ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresmonat um exakt 100 Personen gestiegen, ein Plus von 9,1 Prozent und laut AMS die stärkste Zunahme in ganz Oberösterreich.
Ursachen und Branchen
Als hauptsächliche Gründe für den Anstieg nennt das AMS befristete Freistellungen in einzelnen Betrieben sowie verstärkte Zugänge aus den Bereichen Büro und Handel. Parallel dazu verzeichnet das AMS eine positive Entwicklung am Stellenmarkt: Im Juni waren 590 offene Stellen gemeldet, mit Zuwächsen vor allem in den technischen Berufen und in der Produktion.
"Befristete Freistellungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern durch vereinzelte Betriebe sowie mehr Zugänge aus den Bereichen Büro und Handel sind die Hauptgründe für den Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juni. Positiv ist der Anstieg bei den Stellenzugängen zu sehen, der hauptsächlich in den Bereichen technische Berufe und in der Produktion zu beobachten ist", sagt Stefan Gringinger, Geschäftsstellenleiter des AMS Perg.
Wer ist besonders betroffen?
Der Anstieg trifft nicht alle Alters- und Ausbildungsgruppen gleich: Besonders stark fällt die Zunahme bei den Unter-25-Jährigen aus — hier wurden 49 Personen mehr arbeitslos gemeldet, was einem Zuwachs von mehr als einem Drittel gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch bei den über 60-Jährigen gab es mit 17 zusätzlichen Arbeitslosen ein deutliches Plus (gut ein Fünftel). Nach Ausbildungsniveau verzeichnet die Gruppe der Akademiker mit einem Anstieg von 34,5 Prozent das größte relative Plus; Personen mit höherer und mittlerer Ausbildung stiegen um 13,4 bzw. 13,3 Prozent.
- Arbeitslose insgesamt: 1.202
- Arbeitslosenquote: 3,6 % (OÖ: 4,9 %)
- Jahreszunahme: +100 Personen (+9,1 %)
- Offene Stellen: 590
Konkrete Bedeutung für Pendler, Betriebe und Arbeitsuchende
Für Pendler und Beschäftigte in Perg bedeuten die Zahlen, dass trotz einer weiterhin moderaten Quote die regionale Arbeitsmarktlage volatil ist: Befristete Freistellungen können kurzfristig Stellen wegfallen lassen, während parallel die Nachfrage nach technischen Fachkräften und in der Produktion wächst. Betriebe stehen damit vor der Herausforderung, kurzfristige Personalengpässe zu managen, zugleich aber für Fachkräfte im Produktions- und Technikbereich zu werben.
Für Arbeitssuchende ist die Entwicklung zweigleisig: Einerseits erhöht sich die Konkurrenz in bestimmten Bereichen — insbesondere bei jungen sowie älteren Arbeitskräften und Akademikern. Andererseits eröffnen die gemeldeten 590 offenen Stellen Möglichkeiten für einen Branchen- und Qualifikationswechsel, vor allem in technischen Berufen und der Produktion. Das AMS betont die Bedeutung gezielter Vermittlungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, um Zugänge zu diesen offenen Stellen zu erleichtern.
| Indikator | Juni 2026 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Arbeitslose | 1.202 | +100 ( +9,1 %) |
| Arbeitslosenquote | 3,6 % | – |
| Offene Stellen | 590 | – |
| Unter 25 Jahre | +49 Personen | + > 33 % |
| Über 60 Jahre | +17 Personen | + ~20,7 % |
Die dargestellten Zahlen geben den Stand des AMS Perg für Juni 2026 wieder. Für Betroffene empfiehlt sich eine direkte Kontaktaufnahme mit dem AMS Perg, um Vermittlungs-, Weiterbildungs- und Unterstützungsangebote abzuklären. Für die regionale Wirtschaft bleibt es wichtig, Ausbildungskapazitäten und Umschulungsangebote auf die Nachfrage nach technischen und produktionsnahen Fachkräften auszurichten.