Übergabe historischer Unterlagen stärkt Forscherzugang
Ein Privatsammler hat seine Forschungsergebnisse zu einem der bedeutenden Barockbaumeister Deutschlands langfristig in ein Museum gegeben. Diplom-Ingenieur Franz Peter, der seit Jahrzehnten als Architekt, Denkmalpfleger und Restaurator an den Bauten von Johann Michael Fischer arbeitet, hat seine umfangreichen Bestände an Plankopien, Rekonstruktionszeichnungen, Fotografien und Forschungsunterlagen dem Fischer-Archiv im Oberpfälzer Volkskundemuseum Burglengenfeld überlassen.
Die übergebenen Materialien wurden den Angaben zufolge kürzlich von der 2. Vorsitzenden Dr. Margit Berwing-Wittl und dem Archivar Dr. Thomas Barth entgegengenommen. Aus dem Fundus eines langjährigen Forschers stammen neben Originalkopien auch Ausstellungsmaterialien und Dokumentationen, die aus wissenschaftlicher Sicht erhaltenswert sind. Für das Museum bedeutet die Schenkung eine Erweiterung der vorhandenen Sammlung zur Erforschung Fischers.
- Übergeben wurden unter anderem: Plankopien, Rekonstruktionszeichnungen, Fotografien und Forschungsunterlagen.
- Die drei Räume im Erdgeschoss des Museums, in denen einige der wichtigsten Kirchen Fischers erläutert werden, gehören zu den meistbesuchten Bereichen.
- Die Bestände sollen zunächst geordnet und verzeichnet werden; danach ist ein Zugang für Fachleute und interessierte Laien geplant.
Im Museum existieren bereits eine kleine Bibliothek zu Fischers Bauten sowie Ausstellungsunterlagen aus früheren Präsentationen: eine große Schau aus dem Jahr 1986 und Materialien zur Ausstellung anlässlich des 300. Geburtstags des Baumeisters von 1995. Die neue Übergabe ergänzt diese Sammlungen und bringt jüngere Publikationen und Dokumentationen zusammen.
| Bestand | Status |
|---|---|
| Plankopien | neu übergeben |
| Rekonstruktionszeichnungen | neu übergeben |
| Fotografien | neu übergeben |
| Bibliothek & Ausstellungsmaterial | bereits vorhanden |
Die Museumsleitung plant, die übernommenen Unterlagen zunächst zu ordnen und formal zu erfassen. Sobald die Leitung neu besetzt ist, sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie engagierte Hobbyforscher diese Bestände auf Anfrage einsehen können. Solche Zugänge sind für die Forschung zu Denkmalpflege und Baugeschichte wichtig, weil Originalpläne und Rekonstruktionszeichnungen oft Aufschluss über Entwurfsprozesse und Restaurierungsentscheidungen geben.
Für die praktische Vermittlung historischer Baugeschichte ist die Maßnahme ebenfalls relevant: Die drei präsentierten Räume im Erdgeschoss des Volkskundemuseums gehören zu den publikumsstärksten Bereichen der städtischen Geschichtsabteilung. Die Ergänzung durch neues Forschungsmaterial kann Ausstellungen vertiefen und Bildungangebote erweitern, etwa für Exkursionen, Vorträge oder Lehrveranstaltungen.
Die Johann Michael Fischer-Gesellschaft kündigte zudem eine zeitnahe Veröffentlichung an: Eine neue Publikation mit Planzeichnungen von Fischer steht kurz vor der Veröffentlichung und wird weitere Einblicke in das Werk des Baumeisters bringen. Die nun übergebenen Archivalien können künftige Editionen und wissenschaftliche Projekte ebenso bereichern wie populärwissenschaftliche Vermittlung.
Insgesamt stärkt die Schenkung die regionale Museumslandschaft und schafft bessere Voraussetzungen für die Forschung an einem wichtigen Protagonisten des süddeutschen Barockbaus. Sie zeigt, wie privates Engagement und institutionelle Einrichtungen zusammenwirken können, um Kulturgut dauerhaft zu sichern und zugänglich zu machen.