Im Bezirk Urfahr‑Umgebung bestehen derzeit keine offenen Kassenstellen für Hausärztinnen und Hausärzte. Damit positioniert sich der Bezirk gegenüber vielen ländlichen Regionen, die derzeit unter einem deutlichen Versorgungsengpass leiden, vergleichsweise stabil. Grundlage dieser Einschätzung ist die Auskunft des Bezirksärztevertreters Bernhard Schütz aus Kirchschlag.
Warum die Versorgung im Bezirk stabil ist
Als Gründe für die gute Lage nennt Schütz vor allem die Nähe zur Landeshauptstadt und die gut ausgebaute regionale Spitalsinfrastruktur. Darüber hinaus seien für mehrere zukünftig freiwerdende Praxen bereits Nachfolger gefunden worden, konkret für die Ordinationen von Gerhard Haselauer in Schenkenfelden und Dietmar Brunschütz in Bad Mühllacken; auch in Eidenberg ist für Stefan Mertl bereits eine Weitergabe geplant.
„Der Bezirk bietet attraktive Rahmenbedingungen – etwa durch die Nähe zur Landeshauptstadt und die gute medizinische Infrastruktur mit den umliegenden Krankenhäusern“, so Schütz.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der hausärztliche Notdienst (HÄND), in dem rund 60 freiberufliche Ärztinnen und Ärzte mitarbeiten. Dieses Netzwerk erleichtert die gezielte Ansprache potenzieller Nachfolger, wenn eine Praxis frei wird.
Herausforderungen bei der Nachbesetzung
Trotz der aktuellen Stabilität zeigt sich, dass Kassenstellen für junge Medizinerinnen und Mediziner nicht mehr automatisch die erste Wahl sind. Gründe sind unter anderem gestiegene Patientenzahlen infolge ausgelagerter Aufgaben aus den Spitälern sowie administrative Belastungen, die unternehmerisches Wissen erfordern. Das kann die Attraktivität einer eigenen Kassenordination mindern.
Auch Kritik an der Ausbildungsstruktur wird laut: In einem Leserbrief bemängelt Adi Hinterhölzl fehlende Basisausbildungsplätze, was laut Aussage eines jungen Doktors, Jakob Hofer, zu einer Abwanderung von Absolventen ins Ausland führen könne. Hofer verweist auf die begrenzte Zahl an Studienplätzen — ein Faktor, der die langfristige Versorgung beeinflussen kann.
- Aktueller Stand: Keine offenen Kassenstellen im Bezirk
- Netzwerk: Rund 60 Ärztinnen und Ärzte im HÄND
- Konkrete Nachfolgen: Schenkenfelden, Bad Mühllacken, Eidenberg
| Aspekt | Situation im Bezirk |
|---|---|
| Kassenstellen offen | Keine |
| HÄND-Teilnehmer | ~60 |
Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks bedeutet die derzeitige Lage, dass die hausärztliche Grundversorgung kurzfristig gesichert ist. Langfristig bleibt jedoch relevant, wie die Ausbildungs- und Rahmenbedingungen für junge Ärztinnen und Ärzte gestaltet werden. Verbesserungen in diesen Bereichen würden die Nachbesetzung weiter erleichtern und die Stabilität der Versorgung nachhaltig stärken.